"Bitte nicht!"

Warum Pinkeln im Badesee keine gute Idee ist

Kein WC in Sicht? Viele erleichtern sich heimlich im Badesee. Experten warnen: Vor allem kleine Gewässer können darunter leiden.
Christine Scharfetter
26.06.2026, 18:17
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Wer kennt die Situation nicht? Die Blase drückt, das nächste WC ist weit entfernt – und der Badesee scheint die einfachste Lösung zu sein. Heimlich ins Wasser pinkeln? Was viele schon einmal gemacht haben, ist aus Sicht von Gewässerexperten alles andere als eine gute Idee.

Große Seen verkraften viel – kleine oft nicht

Ob Urin einem Badesee tatsächlich schadet, hängt vor allem von seiner Größe ab. Während sich einzelne Einträge in großen Seen meist rasch verdünnen, sieht die Sache bei kleineren Gewässern oder stark frequentierten Badestellen anders aus.

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"Grundsätzlich gilt: Wenn einzelne Personen in einen großen See urinieren, hat das auf die Wasserqualität in der Regel keinen messbaren Einfluss. Dennoch sollte man das Urinieren in Badeseen aus Sicht des Gewässer- und Naturschutzes sowie aus Rücksicht auf andere Badegäste unterlassen", erklärt Daniela Schildhammer, Pressesprecherin Natur & Umwelt der Österreichischen Bundesforste AG.

Stickstoff und Phosphor können zum Problem werden

Denn Urin enthält unter anderem Stickstoff und Phosphor – Nährstoffe, die das Algenwachstum fördern können. Gerade in kleineren Seen oder an beliebten Badeplätzen summieren sich diese Einträge.

"Insbesondere an stark frequentierten Badeplätzen oder in kleineren Gewässern können sich zusätzliche Nährstoffeinträge, etwa durch Stickstoff und Phosphor, summieren und zur Belastung des Gewässers beitragen", so Schildhammer.

Neben den Nährstoffen können auch Keime ins Wasser gelangen. Das ist zwar bei einzelnen Personen meist unproblematisch, kann bei hoher Besucherzahl und wenig Wasseraustausch aber die Wasserqualität beeinträchtigen.

Wer kann, sollte also lieber die Toilette aufsuchen. Das schützt die Natur – und sorgt auch dafür, dass sich andere Badegäste im Wasser wohler fühlen.

Im Meer sieht die Sache anders aus

Für das offene Meer gilt hingegen etwas anderes - sagen zumindest die Wissenschaftler der American Chemical Society (ACS): Wegen der gewaltigen Wassermengen werde Urin dort innerhalb kürzester Zeit stark verdünnt. Deshalb falle die vergleichsweise geringe Menge an Harnstoff im Ozean kaum ins Gewicht.

Schließlich besteht unser Urin zu 95 Prozent aus Wasser (H₂O). Auf einen Liter Urin kommen außerdem etwa ein bis zwei Gramm Natrium und Chloride. Und Meerwasser? Besteht zu 96,5 Prozent aus H₂O und weist eine höhere Konzentration von Natrium und Chloriden als Urin auf.

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