Die große Sommer-Hitzewelle hat nicht nur Österreich, sondern auch Europas beliebteste Urlaubsländer fest im Griff. In Spanien, Italien und Frankreich klettern die Temperaturen auf bis zu 40 Grad und darüber. Behörden reagieren nun mit drastischen Maßnahmen, um Einheimische und Touristen vor Gesundheitsgefahren zu schützen.
Besonders harte Regeln gelten künftig in Spanien. Bei offiziellen Hitzewarnungen müssen Restaurants und Bars ihre Außenterrassen schließen, wenn dort kein ausreichender Schutz vor der Sonne vorhanden ist. Dazu zählen etwa Beschattungen oder Sprühnebelanlagen.
Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen. Geldbußen von mehr als 50.000 Euro sind möglich. Dadurch sollen auch Arbeitnehmer besser geschützt werden. Betriebe müssen kaltes Trinkwasser bereitstellen, leichtere Arbeitskleidung ermöglichen und Schichten häufiger wechseln. Arbeiten unter freiem Himmel sollen während der größten Hitze möglichst vermieden werden.
Die Auswirkungen sind bereits sichtbar: In Madrid wurde ein geplantes Public Viewing eines WM-Spiels kurzfristig abgesagt. Die Behörden verwiesen auf die Gefahr für Besucher, Mitarbeiter und Einsatzkräfte.
Vor allem Madrid, Barcelona und die Region Andalusien kämpfen derzeit mit extremer Hitze. Im Baskenland wurde sogar die höchste Alarmstufe ausgerufen.
Auch Italien rüstet sich gegen die immer häufigeren Hitzewellen. In Rom entstehen sogenannte Klima-Zufluchtsorte. Dort können Menschen ohne Klimaanlage Schutz vor den hohen Temperaturen finden.
Zusätzlich setzt die Stadt auf mehr Grünflächen und Wasserstellen. Rund 3.600 öffentliche Trinkbrunnen sollen Bewohnern und Gästen helfen, die heißen Tage besser zu überstehen.
In Frankreich gingen die Behörden ebenfalls einen ungewöhnlichen Weg. Während der traditionellen "Fête de la musique" wurde in mehreren Regionen ein Alkoholverbot verhängt. Grund dafür waren die extremen Temperaturen und die Sorge vor zusätzlichen gesundheitlichen Risiken bei Großveranstaltungen. In 35 Départements, darunter auch Paris, galt zuletzt die höchste Hitzewarnstufe.
Die extreme Hitze bringt mittlerweile sogar eines der berühmtesten Museen der Welt an seine Grenzen. Der Louvre verkürzt von 24. bis 27. Juni seine Öffnungszeiten und schließt bereits um 16 Uhr. Der letzte Einlass ist schon um 14 Uhr möglich, später gebuchte Tickets werden automatisch rückerstattet.
Als Grund nennt das Museum die schwierigen Bedingungen für Besucher und Mitarbeiter während der heißesten Tagesstunden. Die Verantwortlichen betonen, niemanden aussperren zu wollen. Vielmehr stoße das historische Gebäude zunehmend an seine Grenzen.