Neue Leitsysteme

Wiener Bezirk baut Kröten-Tunnel um 800.000 Euro

800.000 Euro sollen in neue Krötentunnel in Hernals fließen. Sollte das Projekt gefördert werden, muss der Bezirk 43 % der Kosten übernehmen.
Christine Ziechert
10.07.2026, 06:00
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225 Erdkröten, 119 Frösche, sechs Molche und 33 Feuersalamander: Das ist die Bilanz der heuer vom Verein gegen Tierfabriken händisch geretteten Amphibien zwischen dem Kreisverkehr Marswiese (Neuwaldegger Straße) und dem Zufahrtsweg zum Hanslteich (Amundsenstraße) in Wien-Hernals.

Alle Amphibienarten Wiens stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten und sollten daher geschützt werden – auch, wenn dies mit hohen Kosten verbunden ist. Seit Anfang Juli entsteht beim Schottenhof/Restaurant "Chalet Moeller" (Amundsenstraße 5) und später dann beim Hanslteich (Amundsenstraße 10) ein neues Tunnel-Leitsystem. Kostenpunkt: insgesamt 800.000 Euro.

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Bauarbeiten laufen bereits

Zuständig für die Umsetzung ist die MA 22 (Umweltschutz): "Nach einem dreijährigen Monitoring und einer Sicherung der Strecke durch Freiwillige mittels Zaun-Kübel-Methode, wurde von der Stadt Wien die Errichtung fixer Amphibien-Schutzanlagen fachlich empfohlen, und zwar am Schottenhof eine Erweiterung der bestehenden Strecke sowie beim Hanselteich eine Neuanlage", erklärt eine Sprecherin.

Die Bauarbeiten im ersten Abschnitt beim Schottenhof/Chalet Moeller laufen bereits und sollen bis etwa Ende August andauern. Hier werden auf 250 Metern Amphibien-Leiteinrichtungen aus Stahl und Holz sowie drei Tunnel errichtet. Die Kosten werden zwischen dem 14. und dem 17. Bezirk (75.000 Euro) aufgeteilt. Zusätzlich wird die Metall-Leiteinrichtung auf einer Länge von rund einem Kilometer beidseitig entlang der Amundsenstraße hinunter zum Hanslteich geführt.

Projekt soll von der AMA gefördert werden

Die Bauarbeiten des zweiten Abschnitts (Kosten: 725.000 Euro) zwischen dem Hanslteich und der Neuwaldegger Straße sollen dann Mitte August starten und bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. Verbaut werden hier auf insgesamt 1.344 Metern Amphibien-Leiteinrichtungen aus Stahl und Holz. Weiters sind beim Hanslteich fünf Tunnel geplant. "Während der Bauarbeiten wird der Verkehr im Baustellenbereich mittels einer Baustellenampel geregelt, die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt", erklärt ein Sprecher der MA 28 (Straßenverwaltung).

Die Kosten muss der Bezirk Hernals übernehmen – für das Projekt sind im heurigen Budget insgesamt 600.000 Euro vorgesehen, im Jahr 2027 die restlichen 200.000 Euro: "Der Bau des Tunnels wird nicht ausschließlich aus Bezirksmitteln finanziert, sondern durch Fördermittel der AMA (Agrarmarkt Austria) unterstützt", heißt es aus dem Büro des Hernalser Bezirkvorstehers Peter Jagsch (SPÖ).

Kritik von Bezirks-FPÖ

Wird das Projekt tatsächlich von der AMA gefördert, müsste der Bezirk nur noch etwa 43 Prozent der Kosten – 344.000 Euro – stemmen. Finanziell soll dies laut Bezirk machbar sein: "Die Bezirksmittel (das Budget, Anm.) für Hernals belaufen sich im Jahr 2026 auf rund 6,9 Millionen Euro", wird erklärt.

Kritik zu den hohen Kosten kommt von der FPÖ: Ulrike Nittmann, FPÖ-Bezirksobfrau in Hernals, sieht hier ganz klar die Grenze für Hernals und seine Bewohner überschritten: "Dieses Projekt eines Amphibienschutzes in der Amundsenstraße hat leider nichts mehr mit Nachhaltigkeit oder Umwelt- und Artenschutz zu tun, sondern lediglich mit Ideologie vor Lebens-Qualität und -Realität."

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