Zu wenig Polizeibeamte

Ottakring und Hernals geben Sicherheits-Alarm

Die Personalsituation der Ottakringer und Hernalser Polizei ist "schockierend", so die Bezirkschefs. Sie fordern dringend eine Aufstockung.
Wien Heute
13.06.2026, 22:53
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Die Bezirke Ottakring und Hernals fordern mehr Polizei für den Westen Wiens. Mit der Initiative "MEHR POLIZEI" wollen die SPÖ-Bezirksvorsteher Stefanie Lamp und Peter Jagsch gemeinsam mit weiteren Bezirken Druck auf den Bund machen. Hintergrund ist ein massiver Personalmangel im Stadtpolizeikommando Ottakring, das für den 16. und 17. Bezirk zuständig ist.

Gleich großes Salzburg hat 232 Polizisten mehr

Laut den Bezirken sind zwar 269 Planstellen vorgesehen, tatsächlich versehen aber nur 197 Polizisten Dienst. Besonders brisant: Obwohl das Stadtpolizeikommando Ottakring für ähnlich viele Menschen zuständig ist wie jenes in Salzburg, sind dort laut den Initiatoren mehr als doppelt so viele Polizisten im Einsatz. Während in Ottakring 197 Vollzeitkräfte Dienst versehen, sind es in Salzburg 429.

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"Die Personalsituation der Ottakringer und Hernalser Polizei ist schockierend. Obwohl das Stadtpolizeikommando Ottakring für ähnlich viele Menschen zuständig ist wie das Stadtpolizeikommando Salzburg, verrichten in Salzburg mehr als doppelt so viele PolizistInnen ihren Dienst", erklären Lamp und Jagsch.

68.000 Überstunden pro Jahr

Die Folgen seien deutlich spürbar. Hochgerechnet leisten die Beamten in Ottakring und Hernals laut Initiative rund 68.000 Überstunden pro Jahr. Das entspricht durchschnittlich 345 Überstunden pro Polizist.

"Die Kolleginnen und Kollegen leisten täglich Enormes. Gleichzeitig stoßen sie längst an die Grenzen des Machbaren. Diese Entwicklung ist weder für die Bevölkerung noch für die PolizistInnen selbst länger tragbar", betont Bezirksvorsteher Peter Jagsch.

Die Bezirksvorsteher berichten zudem von mehreren Gesprächen mit dem Innenministerium. Konkrete Verbesserungen habe es bislang aber nicht gegeben.

"In den vergangenen Monaten und Jahren sind wir mehrmals an das Innenministerium herangetreten, um eine Evaluierung und Überarbeitung der Stellenpläne einzufordern. So respektvoll diese Gespräche verlaufen sind, so wenig hat sich die Situation verbessert", erklärt Stefanie Lamp.

Bezirkschefs starteten Petition

Die SPÖ-Bezirksvorsteher Marcus Franz und Georg Papai starteten kürzlich eine Initiative für eine gerechtere Verteilung von Polizisten in Wien. Dieser schlossen sich die Bezirkschefs von Ottakring und Hernals nun an. Die Unterstützungserklärung kann ab sofort in den Bezirksvorstehungen Favoriten, Ottakring und Hernals unterzeichnet werden.

„Ich kämpfe seit mehr als 13 Jahren für mehr PolizistInnen in den Wiener Bezirken. Von den bisherigen Innenministern gab es meist nur leere Versprechen“
Marcus FranzBezirksvorsteher Favoriten

Neben mehr Personal fordern die Initiatoren einen österreichweit einheitlichen Verteilungsschlüssel für Polizeikräfte, mehr Transparenz bei der Personalzuteilung sowie einen "Hauptstadtbonus" für Wiener Polizisten. Unterstützung kommt auch von Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz: "Ich kämpfe seit mehr als 13 Jahren für mehr PolizistInnen in den Wiener Bezirken. Von den bisherigen Innenministern gab es meist nur leere Versprechen. Deshalb setzen wir jetzt gemeinsam ein starkes Zeichen. Die Menschen in Wien haben Anspruch auf dieselbe Sicherheit wie der Rest Österreichs."

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