Minderjährige Straftäter

"Mir reicht’s einfach!" – Bezirkschef spricht Klartext

Die Vorfälle mit strafunmündigen Intensivtätern nehmen zu – auch in Döbling, wo nun eine Gruppe gefasst wurde. Bezirkschef Resch fordert Maßnahmen.
Claus Kramsl
10.06.2026, 05:19
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Döbling sorgt sich um Jugendkriminalität. Eine Gruppe teils noch strafunmündiger Intensivtäter soll im Bezirk für mehrere Überfälle und Einbrüche verantwortlich sein – "Heute" berichtete. Gegen sie haben Polizei und Justiz keine Handhabe. Nun traf Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Wiens Vize-Polizeichef Dieter Csefan zu einem Arbeitsgespräch zusammen.

Resch: "Ja, Wien hat ein Problem mit Jugendgewalt"

"Ja, Wien hat ein Problem mit Jugendgewalt. Ja, manche Täter werden immer jünger. Ja, unser System stößt bei einzelnen jugendlichen Intensivtätern offensichtlich an seine Grenzen. Und mir reicht’s jetzt einfach", findet Döblings Bezirkschef im Gespräch mit "Heute" klare Worte.

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Besonders brisant: Einer der Burschen soll im Mai in einer Mittelschule in Döbling seine Schularbeit angezündet und damit Mitschüler und Lehrpersonal gefährdet haben – "Heute" berichtete.

Resch fordert Maßnahmen für junge Intensivtäter

"Die Polizei gibt Vollgas und die Kinder werden oft erwischt. Nun braucht es dringend geeignete Maßnahmen, um auch gegen unter 14-jährige Intensivtäter vorgehen zu können", so Resch. Das Justizministerium sei gefordert.

Resch will auch heikle Fragen offen ansprechen. "Und ja, wir müssen auch offen darüber sprechen, dass sich unter den besonders problematischen Fällen von Jugendgewalt auffallend viele Jugendliche mit Migrationshintergrund befinden. Wer Integration ernst nimmt, darf auch über misslungene Integration sprechen." Der Bezirkschef ist überzeugt: "Wer die Augen davor verschließt, hilft niemandem."

„Während Kinder Angst haben, zur Schule zu gehen, und Lehrer um ihre Sicherheit fürchten, werden dringend benötigte Maßnahmen auf die lange Bank geschoben“
Daniel ReschBezirksvorsteher Döbling (ÖVP)

Der Döblinger Bezirksvorsteher fordert nun rasche Schritte statt weiterer Verzögerungen: "Während Kinder Angst haben, zur Schule zu gehen, und Lehrer um ihre Sicherheit fürchten, werden dringend benötigte Maßnahmen auf die lange Bank geschoben." Denn wer Probleme ernst nimmt, müsse auch die notwendigen Instrumente rechtzeitig bereitstellen, ist Resch überzeugt.

Debatte über Strafmündigkeit nötig

Aufgrund der steigenden Zahl an Vorfällen mit strafunmündigen Intensivtätern fordert der Bezirkschef nun, das heiße Eisen anzugreifen und offen über rechtliche Regelungen bezüglich der Strafmündigkeit nachzudenken: "Wir müssen bereit sein, auch unbequeme Fragen zu diskutieren – etwa ob unser bestehendes Jugendstrafrecht den Herausforderungen einer immer jüngeren Tätergeneration noch ausreichend gerecht wird."

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