Döbling gilt als einer der sichersten Bezirke Wiens. Doch die jüngsten Kriminalitätszahlen sorgen für Aufsehen: Die Zahl der Raubanzeigen ist im Halbjahresvergleich von 9 auf 29 Fälle gestiegen. Auch die Einbruchsdiebstähle nahmen von 48 auf 55 zu.
Diese Entwicklung war nun Thema eines Arbeitsgesprächs zwischen Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP), Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und dem Wiener Polizeivizepräsidenten Dieter Csefan, der auch Leiter der Einsatzgruppe Jugendkriminalität ist.
Besonders auffällig: Die Gesamtzahl der relevanten Strafrechtsdelikte im Bereich des Stadtpolizeikommandos Döbling (18. und 19. Bezirk) blieb zwar stabil, innerhalb der Statistik verschiebt sich die Kriminalität aber zunehmend in Richtung Raub und Eigentumsdelikte. Vor allem in den Monaten März und April 2026 registrierte die Polizei eine Häufung der Fälle.
Nach Einschätzung der Ermittler steht dahinter vor allem eine Gruppe von teils noch strafunmündigen Intensivtätern. Die Wiener Polizei reagierte bereits mit verstärkten Streifen und Schwerpunktkontrollen. Erste Festnahmen gab es ebenfalls, die Ermittlungen laufen jedoch weiter.
"Mein Dank gilt der Wiener Polizei, mit der die Zusammenarbeit ausgezeichnet funktioniert. Auch zwischen der Polizei und den Schulen gibt es einen laufenden Austausch, den wir in den kommenden Wochen noch weiter intensivieren werden. Ich danke Innenminister Gerhard Karner und Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan für das konstruktive Gespräch und die Zusage, dass der hohe Kontrolldruck der Polizei in Döbling konsequent fortgesetzt und mit Schwerpunktaktionen zusätzlich verstärkt wird", betont Bezirksvorsteher Daniel Resch.
Gleichzeitig sieht der Döblinger Bezirkschef Handlungsbedarf bei sehr jungen Straftätern. "Es zeigt sich, dass die Tätergruppen immer jünger werden. Auch wenn die Polizei bereits wichtige Erfolge erzielt hat, braucht es dringend geeignete Maßnahmen, um auch gegen unter 14-jährige Intensivtäter wirksam vorgehen zu können. Hier ist das Justizministerium gefragt, rasch Lösungen zu finden".
Innenministerium, Wiener Polizei, Schulen und Stadt Wien wollen die Zusammenarbeit nun weiter vertiefen, um die Entwicklung nachhaltig einzudämmen.