"Islam-Auslage" in Wien

VP-Alarm: "Stadt hat keine Richtlinien für Religion"

Die Ramadan-Auslage einer Bücherei in Wien-Döbling sorgte für Aufregung. Die ÖVP ortet ein Ungleichgewicht bei religiösen Themen, forderte Antworten.
Wien Heute
04.06.2026, 16:11
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Der Streit um Ramadan- und Osterdarstellungen in den Wiener Büchereien geht weiter. Nach heftiger Kritik der Wiener ÖVP an einer Bücherei in der Billrothstraße in Wien-Döbling, wurden 16 Fragen an die Stadt Wien gestellt. Auslöser der Debatte war die Auslage einer Bücherei in Döbling. Die Wiener ÖVP ortete dabei ein Ungleichgewicht zwischen der Darstellung islamischer und christlicher Feiertage. Nun liegen die Antworten aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) vor.

Auslage als Momentaufnahme

Die Kritik der ÖVP wird darin zurückgewiesen. "Ostern hat in den Büchereien einen hohen Stellenwert, was sich auch immer wieder in den thematischen Präsentationen und Angeboten widerspiegelt", heißt es aus dem Büro der Vizebürgermeisterin. "Es wird betont, dass die Auslagen der Büchereien eine Momentaufnahme darstellen."

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"Eine Ramadan-Geschichte"

Emmerling bestätigte aber, dass die Ramadan-Zeit im Jahr 2026 in insgesamt acht Wiener Büchereien in Auslagen oder auf Büchertischen thematisiert wurde. Laut Anfragebeantwortung geschah dies über mehrere Jahre hinweg. In der Billrothstraße beispielsweise auch in den Jahren 2024 und 2025. Zusätzlich fanden in der Bücherei in Wien-Döbling auch Veranstaltungen, wie "eine Ramadan-Geschichte", statt. Finanziert wurden diese aus dem Veranstaltungsbudget der Büchereien Wien.

"Kein Umgang mit Religion"

"Die Büchereien haben keine besonderen Richtlinien für den Umgang mit religiösen Inhalten, denn die religiösen Feste werden, wie jedes andere Thema, im Rahmen der bibliothekarischen Praxis behandelt", heißt es in der Anfragebeantwortung. "Die Stadt Wien präsentiert religiöse Inhalte ohne klare Standards oder nachvollziehbare Kriterien", kritisiert die ÖVP.

Ramadan-Auslage der städtischen Bücherei in Wien-Döbling.
VP Wien

Ramadan-Infoblätter

Für Nachbarn von islamischen Gebetshäusern wurden Ramadan-Infoblätter erstellt. "Dieses Blatt war mit Kontaktinformationen der jeweiligen Vereinsorganisationen im Bezirk versehen", heißt es aus dem Büro der Vizebürgermeisterin. "Das Infoblatt wurde vom jeweiligen Verein selbst etwa zwei Wochen vor Beginn des Ramadan an die Nachbarn verteilt bzw. an einer Infotafel in unmittelbarer Nähe angebracht. Kein Logo der Stadt Wien wurde verwendet, nur ein schriftlicher Hinweis auf die Abteilung."

Stadt verspricht Ausgewogenheit

In der Anfragebeantwortung wird bestätigt, dass die zuständige Geschäftsgruppe die Fachabteilungen darauf hingewiesen habe, künftig auf eine "ausgewogene Darstellung weltanschaulicher, kultureller und religiöser Themen" zu achten.

"Greift deutlich zu kurz"

"Die Anfragebeantwortung zeigt ein klares Problem: Ramadan-bezogene Inhalte werden in städtischen Einrichtungen seit Jahren präsentiert, aber verbindliche Richtlinien für den Umgang mit religiösen Themen gibt es offenbar nicht. Das greift bei öffentlichen Einrichtungen deutlich zu kurz", kritisiert VP-Integrationssprecherin Caroline Hungerländer.

"Es braucht klare Regeln"

"Wer religiöse Inhalte in städtischen Einrichtungen sichtbar macht, braucht klare Regeln. Die Stadt Wien muss sicherstellen, dass religiöse und weltanschauliche Themen nicht beliebig, sondern ausgewogen und transparent behandelt werden."

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.06.2026, 16:11
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