"Offensiv sichtbar gemacht"

ÖVP-Kritik: Mehr Ramadan als Ostern in Bücherei

Aufruhr um die Auslage einer städtischen Bücherei in Wien-Döbling. Die Wiener ÖVP kritisiert: Der Ramadan werde stärker sichtbar gemacht als Ostern.
Wien Heute
17.03.2026, 08:38
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Bis Donnerstag noch feiern Muslime den Fastenmonat Ramadan. Von Sonnenaufgang bis Untergang soll nicht gegessen oder getrunken werden. Eineinhalb Wochen danach feiern Christen Ostern. "Während christliche Feiertage wie Ostern in städtischen Einrichtungen offenbar nur mehr völlig losgelöst von ihrem religiösen Hintergrund stattfinden, wird der Ramadan dort offensiv und in deutlich größerem Ausmaß sichtbar gemacht", sagt ÖVP-Gemeinderätin Caroline Hungerländer.

Was die Politikerin irritiert, ist die Schaufenstergestaltung der städtischen Bücherei auf der Billrothstraße in Wien-Döbling. Fotos, die uns die ÖVP mitschickt, zeigen die Auslage der Filiale Ende der vergangenen Woche. Auf der einen Seite Osterbücher, auf der anderen Werke zum Thema Ramadan. Ostern wird hinter einem Fenster mit "Bastelspaß", "Neue Bastelideen für Ostern" oder "Frühlingsreigen" beworben. Das Thema Ramadan wird in gleich zwei Schaufenstern behandelt.

"Sensibilität und Augenmaß"

Hungerländer: "Besonders kritisch ist dabei, dass sich die betroffene Bücherei auch noch in der Nähe einer Schule befindet. Gerade an einem Ort, der von Kindern und Jugendlichen stark frequentiert wird, braucht es besondere Sensibilität und Augenmaß. Städtische Einrichtungen dürfen nicht zum Ort einseitiger religiöser Schwerpunktsetzung werden."

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So reagieren die Büchereien

"Heute" hat bei den Büchereien der Stadt Wien nachgefragt. Reaktion: Das Sortiment in den Auslagen ändere sich laufend, "unsere Büchertische und Auslagen wechseln je nach Aktualität und Saison. Der Ramadan klingt gerade aus, gleichzeitig rückt das bevorstehende Osterfest stärker in den Fokus."

Dennoch: Geht es nach der ÖVP-Wien, wird es ein Fall für den Gemeinderat. "Auf einem Ramadan-Kalender, der in der Auslage zur Schau gestellt wird, ist ein Logo der Stadt Wien zu finden. Ob und in welcher Form dieses Angebot von der Stadt Wien finanziert oder unterstützt wurde, muss nun lückenlos aufgeklärt werden. Deswegen werden wir auch eine umfassende schriftliche Anfrage einbringen", so ÖVP-Politikerin Hungerländer.

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