Fotos von Feierlichkeiten im Fastenmonat Ramadan des Islamischen Kulturzentrums Graz sorgen derzeit für Aufregung. Auf Bildern vom "Kinderprogramm" der muslimischen Religionsgemeinschaft sieht man selbst kleine Mädchen im Kindergarten- und Volksschulalter mit Kopftüchern verschleiert.
Die ganz in weiß verhüllten Kinder sitzen in Reih und Glied, ihre kleinen Händchen sind zum Gebet auf dem Tisch gelegt. Bürgermeisterkandidat René Apfelknab spricht von "verstörenden Bildern". Aus seiner Sicht würden die Fotos zeigen, dass Mädchen bereits sehr früh zum Tragen eines Kopftuchs angehalten werden, was (nicht nur) für die Freiheitlichen nicht mit dem westlichen Werteverständnis vereinbar sei.
"Das Islamische Kulturzentrum Graz selbst belegt mit diesen Fotos unmissverständlich, wie massiv die kulturellen und gesellschaftspolitischen Unterschiede zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Anhängern eines derart ausgestalteten Islams sind", tobt der blaue Politiker.
Auf "Heute"-Anfrage heißt es vom Islamischen Kulturzentrum, es gäbe selbstverständlich keine Pflicht zum Tragen fürs Kopftuch von Kindern, die die religiöse Mündigkeit noch nicht erreicht hätten. Dennoch: "Dass Kinder in jungen Jahren ihre Eltern sehr gerne nachahmen, dürfte allgemein bekannt sein. Deswegen ist es üblich, kleine betende Kinder und solche, die wie ihre Eltern gekleidet sind, in einer Moschee zu sehen."
Der Kulturverein, der die größte Moschee in der Region betreibt, will ein religiöses und kulturelles Gemeindezentrum für Muslime in der gesamten Steiermark sein. Neben Gottesdiensten organisiert es auch Bildungsangebote, Veranstaltungen und Programme für Kinder und Jugendliche. Dazu zählen auch gemeinsame Fastenbrechen im Ramadan, Vorträge oder Freizeitaktivitäten.
Brisant: Hinter der Vereinsstruktur liegt die "Gemeinnützige Privatstiftung Frieden", diese wird von der Stadt Graz großzügig mit Förderungen unterstützt. Allein im Jahr 2023 gab es 55.000 Euro aus dem Steuertopf – insgesamt sollen zwischen 2022 und 2024 ganze 80.000 Euro geflossen sein. Eine Anfrage der Blauen zu den exakten Fördergeldern für den Verein soll folgen.