Ein nächtlicher Besuch bei zwei Frauen in Graz endete für einen Mann mit einem Schockmoment. Nachdem er spontan in der Wohnung genächtigt hatte, wurde er plötzlich wachgerüttelt - mit einer Waffe am Kopf.
Ein 30-jähriger Russe soll den Mann mit einer Schreckschusspistole bedroht und ausgeraubt haben. Die beiden Frauen waren zu diesem Zeitpunkt bereits aus der Wohnung geflüchtet. Die Spezialeinheit Cobra rückte an und beendete den Einsatz mit Blendgranaten.
Der Angeklagte ist kein Unbekannter: Wegen eines Taxiraubs saß er bereits sechs Jahre in Haft, zudem besteht ein Waffenverbot. Nun stand er wegen schweren Raubs und eines Vergehens nach dem Waffengesetz vor Gericht.
Vor Gericht prallten zwei völlig unterschiedliche Versionen aufeinander. Laut Staatsanwältin schildert der Angeklagte den Vorfall genau umgekehrt. Er behaupte, selbst vom späteren Opfer bedroht worden zu sein. Doch die Ermittlungen zeichnen ein anderes Bild.
So wurde die Waffe im Wäschekorb versteckt gefunden - darauf befanden sich nur DNA-Spuren des Angeklagten. Zudem sagte er nach seiner Festnahme, ohne dazu befragt worden zu sein, dass er sich mit schwerem Raub auskenne.
Die Verteidigung spricht hingegen von einer "dünnen Suppe". Der Mann habe lediglich helfen wollen, nachdem eine der Frauen ihn wegen angeblicher sexueller Belästigung angerufen habe. Auch Beute habe es laut Verteidiger nicht gegeben.
Der Angeklagte selbst bekannte sich nicht schuldig. Er habe der Frau helfen wollen, der Mann in der Wohnung habe ihn wiederum mit einer Waffe bedroht und sogar verletzt. Laut Staatsanwaltschaft konnten jedoch keine Verletzungen festgestellt werden.
Als der Angeklagte im Prozess bereits seine dritte Version des Geschehens schilderte, wurde die Richterin deutlich. Das Schöffengericht verurteilte den 30-Jährigen schließlich zu sieben Jahren Haft - das Urteil ist nicht rechtskräftig.