Am Straflandesgericht Graz steht heute ein 53-jähriger Grazer vor einem Geschworenengericht. Ihm wird vorgeworfen, im Mai des vergangenen Jahres seine 72-jährige Nachbarin getötet zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes erhoben. Zusätzlich wurde eine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum beantragt.
Hintergrund der Tat dürfte ein jahrelanger Streit zwischen den beiden Nachbarn gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft ging es dabei um eine Terrasse, die von der Nachbarin unerlaubt genutzt worden sein soll. Am Tattag dürfte schließlich eine Ameisenstraße, die von dieser Terrasse in die Wohnung der Mutter des Angeklagten führte, den Konflikt weiter angeheizt haben, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
Der Streit zwischen dem 53-Jährigen und der Frau eskalierte. Laut Anklage soll der Mann der 72-Jährigen zunächst einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben. Danach folgten ein Kniestoß sowie Tritte gegen den Kopf. Anschließend soll er einen Spaten aus dem Innenhof des Mehrparteienhauses genommen haben und damit auf die Frau eingeschlagen haben.
Die Obduktion ergab laut Staatsanwaltschaft knapp 20 Hiebe mit dem Spaten gegen Kopf und Hals des Opfers.
Nach der Tat leitete die Polizei eine groß angelegte Fahndung ein. Der Verdächtige wurde jedoch noch im selben Haus festgenommen, als er versuchte zu flüchten. Der Mann gilt grundsätzlich als geständig und bezeichnet die Tat als Affekthandlung.
Der Prozess begann am Mittwoch um 9 Uhr und soll bis in den Abend dauern. Mit einem Urteil wird noch heute gerechnet.