Ab 1. Juli gelten in Wien neue Vorgaben für Veranstaltungen, die das Nachtleben sicherer machen sollen. Veranstalter müssen in bestimmten Fällen künftig ein Awarenesskonzept vorlegen und sogenannte Awarenessbeauftragte benennen.
"Ziel ist, dass sich alle Menschen im Nachtleben möglichst sicher und respektiert fühlen und bei Bedarf Unterstützung bekommen", sagt Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ), der für die Wiener Veranstaltungsbehörde verantwortlich ist.
Awareness bedeutet das Bewusstsein für Grenzüberschreitungen, Diskriminierung und Gewalt sowie konkrete Abläufe, wie bei Vorfällen reagiert wird. Das Konzept legt unter anderem Zuständigkeiten und Maßnahmen während Veranstaltungen fest.
Die neuen Regeln wurden gemeinsam mit der Vienna Club Commission entwickelt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2023 zeigte, dass viele Besucherinnen und Besucher im Nachtleben bereits Diskriminierung oder Übergriffe erlebt haben.
"Der Club- und Veranstaltungsbereich hat aktiv Veränderungsprozesse angestoßen und konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt", so VCC-Geschäftsführerin Martina Brunner. Zwischen 2024 und 2026 wurden zudem zahlreiche Beschäftigte im Rahmen von Workshops geschult. Auch Projekte wie "Neighbourhoods for All" am Gürtel sollen für mehr Bewusstsein sorgen.
Mit den neuen Vorgaben sollen einheitliche Standards für Veranstaltungen geschaffen werden. Unterstützungsunterlagen wie Musterkonzepte und Informationsmaterialien werden online zur Verfügung gestellt.
"Wien ist die Stadt der Frauen. Dazu gehört es, eigene Wege zu gehen, nach Lust und Laune feiern zu können und bei Veranstaltungen keine Sorgen haben zu müssen", sagt Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ). "Wien schafft jetzt einen einheitlichen Standard."