Das Fleischregal im Supermarkt ist praktisch: Alles ist portioniert, verpackt und griffbereit. Doch genau das nimmt dir als Käufer einen Teil der Kontrolle. Farbe, Geruch und Frische lassen sich bei abgepackter Ware oft schlechter beurteilen als an der Bedientheke.
Besonders kritisch sind Produkte, bei denen Keime leichter wachsen können oder die Verpackung den Zustand schwerer erkennbar macht. Dazu zählen Faschiertes, Geflügel, gereiftes Rindfleisch, Fleisch mit Knochen sowie Innereien und Pastete.
Faschiertes steht dabei ganz oben auf der Liste, wie chip.de berichtet. Durch das Zerkleinern entsteht eine große Oberfläche, auf der sich Mikroorganismen leichter vermehren können. Frisches Faschiertes von der Bedienung ist nur etwa 24 Stunden haltbar, abgepackte Ware nur bis zum angegebenen Verbrauchsdatum.
Auch Hühner- und Putenfleisch gehört zu den besonders empfindlichen Lebensmitteln. Das Bundesamt für Verbraucherschutz weist darauf hin, dass sich gesundheitlich relevante Keime bilden können, ohne dass dies immer erkennbar ist. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums sollte Geflügel nicht mehr gegessen werden.
Bei gereiftem Rindfleisch geht es weniger um Hygiene als um falsche Erwartungen. Häufig handelt es sich im Supermarkt um Wet Aging, also Reifung im Vakuumbeutel – das schmeckt anders als trockengereiftes Fleisch. Wer Dry-Aged-Aroma erwartet, sollte genau auf die Kennzeichnung achten.
Fleisch in Schutzatmosphäre wirkt oft besonders frisch, weil es lange rot und appetitlich aussieht. Die Verbraucherzentrale warnt aber: Schutzgas kann zwar die Haltbarkeit verlängern, doch trotzdem muss das Fleisch kühl gelagert und schnell verbraucht werden. Die Farbe allein ist kein zuverlässiger Frischeindikator.
Bei Fleisch mit Knochen ist ebenfalls Vorsicht geboten. Knochenkanten können Verpackungen beschädigen, außerdem trocknen solche Stücke schneller aus. Noch kritischer sind Innereien, Pastete und Terrinen – sie haben einen hohen Wassergehalt und verderben besonders schnell.
Fertig mariniertes Grillfleisch solltest du ebenfalls kritisch betrachten. Die Marinade kann Geruch, Farbe und Oberfläche überdecken. Besser ist es, Grillfleisch selbst zu marinieren.
Entscheidend bleibt am Ende die Kühlung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Fleisch maximal 7 Grad Celsius, für Faschiertes und Geflügel höchstens 4 Grad. Im Kühlschrank gehört Fleisch in den kältesten Bereich. Wer länger unterwegs ist, sollte gerade im Sommer eine Kühltasche verwenden.