Ein internationales Forscherteam hat in einer Gaswolke nahe dem Zentrum der Milchstraße einen bemerkenswerten Fund gemacht: das Zuckermolekül Erythrulose. Die Entdeckung gelang in der Molekülwolke Sagittarius B2, die rund 26.700 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt.
Dieser spezielle Zucker ist auf der Erde nicht unbekannt - er kommt in Himbeeren vor und wird als Wirkstoff in Selbstbräunern eingesetzt.
Wie der Spiegel berichtet, nutzte das Team für den Nachweis die hochempfindlichen Radioteleskope ALMA in Chile und IRAM in Spanien. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.
Die Entdeckung hat weitreichende Bedeutung für unser Verständnis vom Ursprung des Lebens. Zucker wie Erythrulose sind essenzielle Bausteine für die Bildung von Nukleinsäuren wie RNA und DNA. Der Fund zeigt, dass komplexe organische Moleküle bereits im Weltraum entstehen können.
Die Molekülwolke Sagittarius B2 hat sich schon früher als Fundgrube für komplexe organische Verbindungen erwiesen. Nun liefert sie den ersten direkten Beweis für einen echten Zucker im interstellaren Raum.
An der Studie waren Wissenschaftler aus Spanien, Deutschland, Chile, den USA und Japan beteiligt. Die Frage, ob solche kosmischen Zucker einst über Meteoriten oder Kometen auf die Erde gelangten und dort zur Entstehung des Lebens beitrugen, bleibt spannend.
Eines ist sicher: Der Weltraum hält noch viele süße Überraschungen für uns bereit.