Komplett ausgetrocknet! Die anhaltende Hitze und die Trockenheit haben dem Fluss Mattig im Bezirk Braunau schwer zugesetzt. Zwischen Schalchen und Helpfau-Uttendorf führt ein etwa fünf Kilometer langer Abschnitt derzeit überhaupt kein Wasser mehr.
Für die Tierwelt kommt die Entwicklung einer Katastrophe gleich. Nach Angaben des Fischereireviers Mattig sind große Mengen an Fischen verendet. Rettungsaktionen seien zwar versucht worden, angesichts der Ausmaße aber aussichtslos gewesen. Erst im vergangenen Herbst war der Fluss mit neuen Fischen besetzt worden - dieser Bestand sei nun praktisch verloren.
Besonders bitter: Nicht nur die Fische wurden getroffen. Auch zahlreiche Kleinstlebewesen, die als Nahrungsgrundlage im Gewässer dienen, seien abgestorben. Bis sich dieses empfindliche Gleichgewicht wieder aufgebaut hat, dürfte viel Zeit vergehen.
Experten des Landes Oberösterreich gehen davon aus, dass sich ein Fluss zwar grundsätzlich selbst erholen kann. Nach einem vollständigen Austrocknen eines Gewässerabschnitts verlaufe dieser Prozess jedoch nur schrittweise. Während erste Kleinlebewesen vergleichsweise rasch zurückkehren können, dauert es deutlich länger, bis sich auch alle Fischarten und Altersklassen wieder angesiedelt haben. Je nach Bedingungen könne das mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Die Mattig ist für starke Schwankungen bekannt. Im September 2024 sorgte sie nach tagelangem Starkregen noch mit Überschwemmungen für Schlagzeilen. Nun zeigt sich das genaue Gegenteil: Wegen ausbleibender Schneeschmelze und fehlender Niederschläge fiel der Wasserstand bereits ungewöhnlich früh so stark ab, dass Teile des Flusses austrockneten.
Auch dort, wo noch Wasser vorhanden ist, bleibt die Situation angespannt. Mit sinkendem Wasserstand steigen die Temperaturen im Gewässer, gleichzeitig nimmt der Sauerstoffgehalt ab. Für viele Fischarten verschlechtern sich dadurch die Lebensbedingungen zusätzlich.