Nach der Hai-Attacke auf eine Urlauberin aus Linz auf den Galápagos-Inseln konzentrieren sich die Ermittlungen zunehmend auf eine mögliche Ursache: illegale Fischerei in der geschützten Bucht von Santa Fe.
Wie die Nationalparkverwaltung bestätigt, wird derzeit geprüft, ob Fischer verbotenerweise in dem streng geschützten Gebiet unterwegs waren. Nach Angaben lokaler Tourismusanbieter könnten Fischabfälle oder entsorgte Innereien im Wasser gelandet sein. Genau solche Überreste können Haie anlocken und ihr natürliches Jagdverhalten verändern.
Die Behörden schließen deshalb nicht aus, dass der Angriff auf die Österreicherin mit einer künstlich erhöhten Konzentration von Haien in der Bucht zusammenhängen könnte. Beweise dafür gibt es bisher allerdings nicht. Ein wissenschaftliches Team untersucht derzeit die Vorgänge vor Ort.
Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall durch einen weiteren Fund: Kurz nach dem Angriff entdeckten Parkranger einen ausgewachsenen Galápagos-Seelöwen mit frischen schweren Bissverletzungen. Für Experten ist das ein Hinweis darauf, dass sich kurz zuvor ein großer Raubhai in dem Gebiet aufgehalten haben könnte.
Offiziell machen die Behörden weiterhin keine Angaben zur Art des Hais. Fachleute halten jedoch größere Arten wie den Galápagoshai oder Tigerhai für wahrscheinlicher als die deutlich kleineren Weißspitzen-Riffhaie, die rund um die Inseln häufig vorkommen.
Die Nationalparkverwaltung betont gleichzeitig, dass Haiangriffe auf Menschen auf den Galápagos-Inseln äußerst selten sind. Menschen gehören nicht zur natürlichen Beute der Tiere. In den meisten Fällen gehen Wissenschaftler von einer Verwechslung oder einem Erkundungsbiss aus.
Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, bleiben sämtliche Schnorchelaktivitäten in der Bucht von Santa Fe untersagt. Die Ermittler wollen nun klären, ob tatsächlich illegale Fischerei den ungewöhnlichen Vorfall ausgelöst haben könnte.