Die Hai-Attacke auf eine 29-jährige Linzerin sorgt weit über Ecuador hinaus für Schlagzeilen. Auf den Galapagos-Inseln ist der Vorfall derzeit eines der meistdiskutierten Themen. Vor allem unter Tauchern, Schnorchlern und Reiseveranstaltern wird intensiv über die Attacke vor der Insel Santa Fe gesprochen.
In Internetforen und sozialen Netzwerken zeigen sich viele Nutzer erschüttert. Besonders groß ist die Aufmerksamkeit deshalb, weil Haiangriffe auf den Galapagos-Inseln als extreme Ausnahme gelten.
"Haie sind auf Galapagos allgegenwärtig, solche Vorfälle sind aber sehr selten", schreibt ein langjähriger Reiseveranstalter in einem viel diskutierten Beitrag auf Reddit. In seiner Erinnerung sei es erst der zweite bekannte Haiangriff bei Santa Fe innerhalb von rund zehn Jahren.
Die Attacke hat auch unmittelbare Folgen für Urlauber. Mehrere Nutzer berichten, dass Schnorchelausflüge nach Santa Fe vorübergehend gestoppt wurden. "Schnorcheltouren nach Santa Fe sind derzeit ausgesetzt", schreibt ein Nutzer. Wer bereits gebucht habe, solle sich bei seinem Veranstalter melden.
Viele Reisende zeigen sich betroffen. "Wir waren erst vor Kurzem auf Galapagos. Ich hatte Respekt vor den vielen Haien im Wasser. Ich hoffe, dass es der Frau bald gut gehen wird", kommentiert ein Urlauber.
Andere berichten von eigenen Begegnungen mit großen Raubfischen rund um Santa Fe. Ein Nutzer schildert einen "kurzen, aber beängstigenden Vorfall" mit einem mehrere Meter langen Hai. Die Einheimischen hätten ihm damals erklärt, dass die Gegend immer wieder große Haie anziehe, Angriffe auf Menschen jedoch äußerst selten seien.
Besonders diskutiert wird die Frage, warum zuletzt vermehrt große Haie in der Bucht gesichtet wurden. In den Online-Debatten wird auf Berichte über illegale Fischerei verwiesen. Ein Zusammenhang werde untersucht, bestätigt ist dieser allerdings nicht.
Trotz der dramatischen Attacke betonen viele Galapagos-Kenner, dass das Risiko für Besucher weiterhin sehr gering sei. Tausende Urlauber gehen jedes Jahr rund um die Inselgruppe schwimmen, schnorcheln oder tauchen, ohne jemals einem gefährlichen Zwischenfall zu begegnen.
Für die Linzerin selbst steht nun die Genesung im Mittelpunkt, ihr musste ein Unterschenkel amputiert werden. Nach mehreren Operationen in Ecuador blickt sie nach vorne. Die Anteilnahme aus aller Welt zeigt jedenfalls: Der Schock über die Hai-Attacke sitzt auf den Galapagos-Inseln noch immer tief.