Das Verbrechen an einer Mittelschule in Taufkirchen an der Pram erschüttert weiterhin ganz Österreich. Nachdem ein 29-jähriger Lehrer seine 28 Jahre alte Kollegin getötet haben soll, werden nun immer mehr Einzelheiten über die Vorgeschichte bekannt.
Besonders brisant: Nur wenige Tage vor der Bluttat kam es noch zu einem persönlichen Treffen zwischen den beiden Pädagogen. Laut aktuellen Ermittlungen sollen sie sich am 8. Juni nach Unterrichtsende in einer Konditorei getroffen haben. Der Lehrer soll laut "Krone" auf das Gespräch gedrängt haben.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >
Dabei versuchte er offenbar erneut, die junge Frau von sich zu überzeugen. Nach Informationen aus dem Umfeld der Ermittlungen erklärte er ihr, er sei "in Wahrheit der Beste" für sie. Zudem soll er sie aufgefordert haben, sich von ihrem Freund zu trennen.
Die Lehrerin reagierte laut den bisherigen Erkenntnissen ablehnend. Kurz darauf verließ sie das Lokal. Für den Lehrer dürfte die Zurückweisung jedoch schwerwiegende Folgen gehabt haben.
Vier Tage später kam es schließlich zur Tragödie. Die 28-Jährige soll am frühen Nachmittag an der Bibliothek der Schule vorbeigegangen sein. Dort dürfte ihr Kollege bereits auf sie gewartet haben. Laut den bisherigen Ermittlungen verschloss er die Tür und griff die Frau mit einem Dolch an. Die Lehrerin erlitt tödliche Verletzungen.
Besonders erschütternd: Stunden nach der Tat soll der Mann noch ruhig mit seinem Direktor telefoniert haben. Als dieser nach der vermissten Lehrerin fragte, antwortete der 29-Jährige laut Schilderungen des Schulleiters mit ruhiger Stimme, er habe keine Idee, wo sie sein könnte.
Später fanden Einsatzkräfte die tote Lehrerin in der Schule. Der Verdächtige hatte das Gelände bereits verlassen. Wenig später wurde er tot in seinem Auto entdeckt. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich selbst das Leben genommen hat.
Neben dem genauen Tatablauf beschäftigt die Kripo nun vor allem eine Frage: Wann fasste der Lehrer den Entschluss zu der tödlichen Tat? Fest steht, dass er wenige Wochen zuvor legal eine Glock-Pistole samt Munition sowie einen Dolch gekauft hatte.