Er tötete seine Kollegin

"Muss arbeiten" – Killer-Lehrer schickte Putzfrau weg

Nach der Bluttat an einer Mittelschule in OÖ kommen immer mehr Details ans Licht. Der Direktor zeichnet die letzten Stunden vor der Tat nach.
André Wilding
22.06.2026, 12:43
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Das Verbrechen an einer Mittelschule in Taufkirchen an der Pram erschüttert weiterhin ganz Österreich. Ein 29-jähriger Lehrer soll eine 28 Jahre alte Kollegin getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Der Pädagoge unterrichtete seit 2022 an der Schule und war seit 2024 stellvertretender Direktor. Kollegen beschrieben ihn als engagierten Lehrer. Auch am Tattag soll zunächst nichts auf die spätere Gewalttat hingedeutet haben.

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Nach bisherigen Erkenntnissen traf der 29-Jährige wie gewohnt bereits früh an der Schule ein und hielt seinen Unterricht ab. Gegen Mittag soll er sich anschließend in die Bibliothek zurückgezogen haben.

Direktor sprach mit Lehrer

Schuldirektor Hans Peter Rockenschaub schildert gegenüber der "Kronen Zeitung" eine der letzten Begegnungen mit seinem Kollegen. "Ich sah ihn dort vor 13 Uhr an einem Tisch sitzen, mit einem Stapel Hefte vor sich", erinnert sich der Direktor.

Und weiter: "Wir plauderten ein wenig miteinander. Er meinte, er habe noch Korrekturarbeiten zu erledigen. Beim Verabschieden fragte ich ihn, ob er am kommenden Sonntag zu einem Fest in unser beider Heimatgemeinde kommen würde." Auf die Einladung habe der Lehrer lediglich geantwortet: "Schauen wir mal".

Seine 28-jährige Kollegin hatte an diesem Tag ebenfalls Unterricht. Laut den bisherigen Ermittlungen soll sie am frühen Nachmittag auf dem Weg zum Ausgang an der Bibliothek vorbeigekommen sein. Dort dürfte es zum letzten Zusammentreffen der beiden gekommen sein.

Was danach genau geschah, wird nun von der Kriminalpolizei rekonstruiert. Laut Rekonstruktion der Kripo soll der Lehrer aber rasch die Tür zur Bibliothek von innen verschlossen und mit einem Dolch auf seine Kollegin eingestochen haben – mehrmals in den Hals. Die 28-Jährige hatte keine Chance und erlitt bei dem Angriff tödliche Verletzungen.

"Ich werde später selbst aufräumen"

Danach hielt sich der Lehrer mehrere Stunden bei der Leiche in der Bibliothek auf. Um 16.30 Uhr klopfte schließlich eine Reinigungskraft an die Tür. "Ich arbeite noch und werde später selbst aufräumen!", soll er laut Bericht der "Krone" gesagt haben. In dieser Zeit dürfte er auch auf das WC in der Nähe der Bibliothek gegangen sein. Dort wusch er sich und zog sein blutbeflecktes Gewand um.

Als das Verschwinden der 28-Jährigen schließlich bemerkt wurde, versuchten Angehörige mehrfach, sie telefonisch zu erreichen. Als die Pädagogin nicht nach Hause kam, wurde umgehend Alarm geschlagen. Auch der Schuldirektor wurde kontaktiert. Die Mutter der Lehrerin fragte ihn laut "Krone": "Wo ist meine Tochter?"

Daraufhin versuchte Rockenschaub seinen Kollegen zu erreichen. "Ich wählte seine Nummer - weil ich dachte, er wäre vielleicht noch in der MS. Er hob ab", wird der Schulleiter in der Tageszeitung zitiert. Auf die Nachfrage habe der Lehrer geantwortet: "Ich habe keine Idee, wo sie sein könnte", sagte er laut dem Schuldirektor mit ruhiger Stimme.

Lehrer tot in Auto gefunden

Später wurde die tote Lehrerin in der Schule gefunden. Der Verdächtige hatte das Gelände zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Wenig später entdeckten Einsatzkräfte den 29-Jährigen tot in der Nähe seines Wohnortes. Er hatte sich in seinem Auto selbst das Leben genommen.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Neben der Rekonstruktion der Tat beschäftigen sich die Ermittler auch mit dem Verhältnis der beiden Lehrer. Die junge Lehrerin soll ihren Kollegen zwar gemocht haben, allerdings auf freundschaftlicher Ebene. Das wollte der Pädagoge aber offenbar nicht akzeptieren. Vor drei Monaten erfuhr er dann, dass seine Kollegin einen Freund hat.

Nach wie vor versuchen Ermittler zu klären, wann der 29-Jährige den Entschluss zur Tat fasste. Fest steht, dass er Anfang April eine Waffenbesitzkarte beantragte und die dafür vorgeschriebene psychologische Untersuchung absolvierte. Wenige Wochen später erwarb er laut "Krone" legal eine Glock-Pistole samt Munition sowie einen Dolch mit einer 18 Zentimeter langen Klinge.

Treffen in Konditorei

Wenige Tage vor dem Verbrechen soll es zu einem weiteren Treffen mit der später getöteten Kollegin gekommen sein. Am 8. Juni trafen sich die beiden nach Unterrichtsende in einer Konditorei – er soll sie dazu gedrängt haben. Nach Angaben der Tageszeitung versuchte der Lehrer dabei erneut, die 28-Jährige von sich zu überzeugen.

Er erklärte ihr, er sei "in Wahrheit der Beste" für sie und sie solle sich von ihrem Partner trennen. Die Frau soll darauf ablehnend reagiert und das Lokal kurz darauf verlassen haben, heißt es im Bericht weiter. Nur vier Tage später kam es dann zu der Bluttat an der Mittelschule. Die 28-jährige Lehrerin wurde getötet, der tatverdächtige Lehrer nahm sich selbst das Leben.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 22.06.2026, 12:46, 22.06.2026, 12:43
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