Das Gewaltverbrechen an einer Mittelschule in Oberösterreich erschüttert weiterhin das ganze Land. Nachdem ein Lehrer eine Kollegin getötet haben soll und anschließend tot aufgefunden wurde, versuchen Ermittler die Hintergründe der Tat zu klären.
Der Mann hatte seit 2022 an der Schule unterrichtet und war seit 2024 stellvertretender Direktor. Kollegen beschrieben ihn als engagierten Pädagogen. Auch im privaten Umfeld galt er als beliebt und hilfsbereit.
Am Tattag soll der Lehrer zunächst regulär Unterricht abgehalten haben. "Ich sah ihn dort vor 13 Uhr an einem Tisch sitzen, mit einem Stapel Hefte vor sich", erzählt Schuldirektor Hans Peter Rockenschaub gegenüber der "Kronen Zeitung".
"Wir plauderten ein wenig miteinander. Er meinte, er habe noch Korrekturarbeiten zu erledigen. Beim Verabschieden fragte ich ihn, ob er am kommenden Sonntag zu einem Fest in unserer beiden Heimatgemeinde kommen würde", so der Direktor. Seine Antwort: "Schauen wir mal!"
Nach Schulschluss hielt sich der Pädagoge nach bisherigen Erkenntnissen noch im Schulgebäude auf. Die spätere Tat soll sich in der Bibliothek der Schule ereignet haben. Die 28-jährige Lehrerin war seit Herbst 2023 an der Schule beschäftigt.
Kollegen beschreiben sie als engagierte und beliebte Pädagogin. Nach den bisherigen Ermittlungen traf sie im Schulgebäude auf ihren späteren Angreifer.
Laut den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei soll der Mann die Frau in einen Raum gelockt und dort mit einem Dolch attackiert haben. Die Lehrerin erlitt dabei tödliche Verletzungen.
Erst Stunden später wurde das Verbrechen entdeckt. Angehörige hatten Alarm geschlagen, nachdem die Frau entgegen ihrer Gewohnheit nicht nach Hause gekommen war. Die Suche führte schließlich zu dem erschütternden Fund in der Schule.
Laut "Krone" hatte die Mutter der Lehrerin den Direktor kontaktiert und gefragt: "Wo ist meine Tochter?" Daraufhin wählte der Schulleiter die Nummer des Pädagogen – und dieser hob sogar ab!
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >
"Ich wählte seine Nummer – weil ich dachte, er wäre vielleicht noch in der MS. Er hob ab", erinnert sich der Direktor in der "Kronen Zeitung". Doch der Pädagoge gab sich ahnungslos: "Ich habe keine Idee, wo sie sein könnte."
Anschließend verließ der Verdächtige das Schulgelände. Wenig später wurde der 29-Jährige tot in einem Fahrzeug aufgefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich selbst das Leben genommen hat.
Warum es zu der Tat kam, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Medienberichten zufolge sollen sich die beiden Lehrer bereits länger gekannt haben. Offizielle Angaben zu einem möglichen Motiv liegen derzeit nicht vor.
Das Verbrechen hat weit über die Region hinaus Bestürzung ausgelöst. Schüler, Eltern und Kollegen stehen nach der Tragödie unter Schock.