Die Polizei stellt in Linz ihren Dienstbetrieb um. Wie die Landespolizeidirektion am Wochenende in einer Aussendung berichtete, werden ab September sieben von insgesamt zehn Polizeiinspektionen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr früh nicht mehr besetzt sein.
Rund um die Uhr geöffnet bleiben weiterhin jene Standorte, die auch in den Nachtstunden besonders stark genutzt werden. Dazu zählen die Polizeiinspektion am Hauptbahnhof, die Dienststelle Landhaus in der Innenstadt sowie die Inspektion in der Nietzschestraße.
Die Landespolizei begründet die Änderung mit einem geänderten Verhalten der Bevölkerung. Immer weniger Menschen würden persönlich auf einer Polizeiinspektion Anzeigen erstatten. Durch die neuen Öffnungszeiten sollen stattdessen zusätzliche Beamte für Einsätze und Streifenfahrten zur Verfügung stehen.
Kritik kommt aus der Linzer Stadtpolitik. ÖVP-Vizebürgermeister Martin Hajart hält die nächtlichen Schließungen für ein falsches Signal. Sicherheit kenne keine Öffnungszeiten, erklärte er. Die Menschen hätten Anspruch auf einen starken Staat, der rund um die Uhr für Sicherheit sorgt.
Auch Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) sieht die Entwicklung kritisch. Mehr Streifen seien zwar grundsätzlich positiv. Die Maßnahme zeige aber, wie angespannt die Personalsituation bei der Polizei mittlerweile sei. Wenn Inspektionen schließen müssten, um ausreichend Beamte für den Außendienst bereitzustellen, sei das ein deutlicher Hinweis auf Personalmangel.
Für die Bevölkerung soll die Erreichbarkeit dennoch gewährleistet bleiben. Wer vor einer geschlossenen Polizeiinspektion Hilfe benötigt, kann weiterhin über eine Gegensprechanlage Kontakt aufnehmen. Die Anrufer werden direkt mit der Leitzentrale verbunden und erhalten dort Unterstützung.