Aus einer Sanierung könnte nun ein kompletter Neubau werden: Für die Volksschule in Aschach an der Donau (Bez. Eferding) zeichnet sich eine millionenschwere Entscheidung ab. Nach statischen Problemen im Gebäude hält das Land OÖ eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr für sinnvoll und würde ein solches Projekt nicht fördern.
Für Bürgermeister Dietmar Groiss (SPÖ) läuft deshalb vieles auf einen Abriss hinaus: "De facto ist die Entscheidung damit gefallen", sagt er gegenüber "Heute". "Ohne Landesförderung ist so ein Projekt nicht stemmbar." Die Probleme in der Volksschule waren bereits im Herbst 2025 bekannt geworden.
Damals stellte die Gemeinde statische Mängel fest. Im Zuge weiterer Gespräche mit dem Land zeigte sich nun, dass eine Sanierung kaum Vorteile bringen würde: "Dabei würden praktisch nur die Außenwände stehen bleiben, alles andere müsste neu gemacht werden", erklärt Groiss.
Für den Bürgermeister ist klar: "Wenn es so weit ist, wäre ein Neubau die gescheitere Variante." Das würde nach aktueller Schätzung rund sieben Millionen Euro kosten. Die Schule könne dann aber gleich an moderne Anforderungen angepasst werden.
Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht. Die Gemeinde befinde sich derzeit in Vorbesprechungen mit dem Land. Wann ein neues Schulgebäude tatsächlich eröffnet werden könnte, "steht noch in den Sternen", sagt Groiss. An den Planungen werde aber laufend gearbeitet.
Sollte die Volksschule tatsächlich neu gebaut werden, könnte das auch Auswirkungen auf andere Bildungseinrichtungen haben: Eine alte politische Diskussion rückt wieder in den Fokus. ÖVP und FPÖ hatten in der Vergangenheit gefordert, Kindergarten, Krabbelstube und Volksschule an einem Standort zu bündeln. Die SPÖ lehnte das bisher ab.
Dabei bleibt Groiss grundsätzlich auch noch: "Im Bestandsgebäude war das nicht möglich." Am Standort habe es unter anderem nicht genug Freiflächen für den Kindergarten gegeben. Aber: Ganz ausgeschlossen ist die Idee mittlerweile nicht mehr. "Wenn wir dort Tabula rasa machen, ist das natürlich schon eine Option."
Völlig überzeugt ist er von einem Bildungscampus aber weiterhin nicht: "Der Standort hat auch Nachteile." Er liege z.B. direkt an einer vielbefahrenen Straße, zudem wolle man das Ortszentrum – wo sich der Kindergarten aktuell befindet – nicht schwächen. "Wir prüfen das", sagt der Bürgermeister.
Jedenfalls bestehe auch beim Kindergarten Sanierungsbedarf. Wie groß der tatsächlich ausfällt, soll sich aber erst in den kommenden Monaten zeigen. Im laufenden Betrieb seien die notwendigen Untersuchungen nicht möglich, deshalb sollen im Sommer Decken geöffnet und die Bausubstanz genauer überprüft werden. Groiss geht derzeit davon aus, dass die Probleme dort deutlich geringer ausfallen als bei der Volksschule.