Wenige Tage nach der tödlichen Gewalttat an der Mittelschule Taufkirchen an der Pram bemüht sich die Schulgemeinschaft um einen Weg zurück in den Alltag. Die Schule hat mittlerweile wieder geöffnet, der Fokus liegt derzeit aber klar auf der Betreuung von Schülern und Lehrern.
Schuldirektor Hans-Peter Rockenschaub spricht von intensiven Tagen. Unterstützung durch Krisenhilfe und Schulpsychologie sei dabei entscheidend gewesen. "Ohne die Krisenhilfe und die Schulpsychologie hätten wir das so nicht geschafft", betont der Direktor gegenüber der "Kronen Zeitung".
Bereits am Abend der Tat wurden die Lehrkräfte betreut. "Die Lehrer sind schon am Tatabend betreut worden. Wir haben uns um 22 Uhr in der Schule getroffen, ich bin die ganze Nacht geblieben", sagt Rockenschaub zur Tageszeitung.
In den Tagen danach wurden weitere Maßnahmen vorbereitet. Lehrkräfte erhielten Unterstützung im Umgang mit den Fragen und Sorgen der Kinder. Seit Wochenbeginn werden Schüler sowohl einzeln als auch in Gruppen begleitet. Offiziell findet zwar wieder Unterricht statt, viele Stunden stehen derzeit aber im Zeichen der Aufarbeitung.
Psychologen führen laufend Gespräche mit Kindern. Zusätzlich werden gemeinsame Aktivitäten organisiert. "Es werden auch gemeinsame Aktivitäten wie Waldspaziergänge, am Sportplatz oder am Lagerfeuer unternommen", erklärt der Direktor gegenüber der Tageszeitung.
Am Mittwochmorgen trafen sich Schüler und Lehrer bereits früh in der Schule. "Dann sind Schüler gekommen, wir haben uns im TV gemeinsam das WM-Match der Österreicher angeschaut", wird der Schulleiter in der "Krone" zitiert.
Auch die eingerichteten Gedenkräume werden laut Direktor gut angenommen. Für das Opfer und den Täter wurden getrennte Bereiche geschaffen. "Dank psychologischer Vorbereitung gab es auch im Täterraum keinen Wutausbruch."
Als besonders belastend wird nun das bevorstehende Begräbnis der getöteten Lehrerin empfunden. Dennoch blickt die Schule vorsichtig nach vorne. Rockenschaub formuliert es in der "Kronen Zeitung" so: "Unsere Devisen lauten: 'Wege entstehen im Gehen.' Und: 'Es wird wieder, aber es wird anders werden.'"
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Unterdessen liegen auch die Ergebnisse der Obduktion vor. Demnach waren die Stichverletzungen im Halsbereich bereits tödlich. Der 29-jährige Vizedirektor soll insgesamt fünfmal auf die 28-jährige Lehrerin eingestochen haben.
Ermittlungen zufolge dürfte der Mann rund zwei Stunden später zusätzlich dreimal mit einer 9-Millimeter-Pistole auf den bereits leblosen Körper der Frau geschossen haben. Als möglicher Zeitpunkt wird etwa 17 Uhr angenommen, heißt es im Bericht der "Krone".
Grundlage dafür ist die Aussage eines Zeugen, der Knallgeräusche wahrgenommen haben will. Reinigungskräften im Gebäude soll der Täter zuvor mitgeteilt haben, dass sie die Bibliothek an diesem Nachmittag nicht reinigen müssten.
Während die Ermittlungen die letzten Details der Tat klären sollen, versucht die Schulgemeinschaft vor allem eines: Schritt für Schritt wieder Halt im Alltag zu finden