Am frühen Freitagnachmittag geschah das Unfassbare: Die 28-jährige Lehrerin wurde in der Bibliothek der Mittelschule von Taufkirchen an der Pram (Bez. Schärding) getötet. Der mutmaßliche Täter – ein Lehrerkollege (29) – griff sie mit einem Dolch und einer Schusswaffe an. Danach nahm er sich das Leben.
Ein "persönlicher Beziehungskonflikt", so die Ermittler, dürfte die Bluttat ausgelöst haben. Unerwiderte Gefühle des Pädagogen für das spätere Opfer könnten dazu geführt haben. Die Beziehung der Frau zu einem anderen Mann spielte möglicherweise ebenfalls eine Rolle.
Um die Schüler vorsichtig wieder in die Normalität zu führen, machte der reguläre Unterricht am Montag eine Pause. Der Tag stehe "im Zeichen des Ankommens, des Austauschs und der gemeinsamen Verarbeitung des Geschehenen", hatte die OÖ-Bildungsdirektion bereits am Wochenende mitgeteilt.
Vor Schulbeginn gab es am Montag eine Gedenkminute im Turnsaal, hat "Heute" vom Vater eines zwölfjährigen Kindes erfahren, das die betroffene Bildungseinrichtung besucht. "Es war ganz still." Anschließend brachte der Direktor den Schülern behutsam bei, was passiert ist.
Suizidgedanken? Hol dir Hilfe – es gibt sie
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer Suizide oder Suizidversuche erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.
Wenn du unter Selbstmord-Gedanken oder Depressionen leidest, dann kontaktiere die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, täglich 0-24 Uhr.
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Danach wurden die Kinder in ihre Klassen geleitet – von den jeweiligen Lehrern und zusätzlich Vertretern der Krisenhilfe. Dort gab es am Vormittag die Möglichkeit, Fragen zu stellen, um das Geschehene zu verarbeiten.
Statt der üblichen Gegenstände unternahmen die Kinder und Jugendlichen gemeinsam verschiedene Aktivitäten: etwa ein Lagerfeuer, erzeugt mit Sonneneinstrahlung und einer Lupe, oder einen Spaziergang.
Unsere Redaktion wollte von dem Papa wissen, wie sich seine Tochter danach fühlte: "Es geht ihr ganz gut", sagte er. "Schlimm ist es für die Schüler, die die beiden Toten als Lehrer gehabt haben. Für die ist es nicht leicht." Zum Gedenken an die Lehrer wurden zwei Räume umgestaltet.
Ab Dienstag heißt es dann, endgültig, aber vorsichtig wieder in den Alltag zurückzukehren. Was anders ist als sonst: Es gibt in den kommenden Tagen keinen Nachmittagsunterricht.
Um die Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können, haben sich pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und Notfallseelsorge unter dem Namen Krisenhilfe OÖ zusammengeschlossen.
Neben dem ständig verfügbaren Krisentelefon bietet die Krisenhilfe OÖ in psychosozialen Notsituationen auch Online- und Chatberatung, persönliche Gespräche und mobile Einsätze, etwa in Form von Hausbesuchen.
Die Krisenhilfe OÖ unterstützt in allen psychischen Notsituationen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter der Telefonnummer 0732 / 21 77.
Alle Infos unter krisenhilfeooe.at.
Am Montag stand in Salzburg auch noch die Obduktion der Leichen an. Bis das Ergebnis vorliegt, könne es aber "schon zwei bis drei Wochen" dauern, erklärte Alois Ebner von der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis gegenüber "Heute". "Wenn sich etwas Besonderes ergäbe, würden wir verständigt werden."
Davon geht aktuell aber niemand aus, so der Tenor: "Es ist relativ klar, was passiert ist", sagt Ebner in Bezug auf die Ergebnisse der Ermittlungen, die die Polizei schon am Samstag mitteilte. Außerdem: "Der Täter ist tot, deswegen gibt es kein Ermittlungsverfahren", so der Staatsanwalt.