In Hofkirchen im Mühlkreis (Bez. Rohrbach) wird jeder Liter Wasser genau beobachtet. Die Grundwasserspiegel sind weiterhin sehr niedrig, dazu kommt ein zusätzliches Problem: Eine von zwei Trinkwasserquellen darf seit dem Vorjahr aus hygienischen Gründen nicht mehr genutzt werden.
"Wenn wir nicht aus der Nachbargemeinde Pfarrkirchen Wasser bekommen würden, hätten wir schon ein echtes Problem", wird Bürgermeister Martin Mairhofer (ÖVP) in der "Krone" zitiert. Besonders ärgerlich für die Gemeinde: Ein Aufruf an Pool-Besitzer, das Befüllen ihrer Schwimmbecken mit dem Gemeindeamt abzustimmen, zeigte kaum Wirkung. Laut Mairhofer hätten sich nur wenige Bürger gemeldet.
Gleichzeitig registrierte die Gemeinde in manchen Nächten ungewöhnlich hohe Wasserverbräuche. Die Hochbehälter hätten sich dann nicht mehr ausreichend gefüllt, tags darauf sei die Lage teilweise bereits angespannt gewesen. Für den Ortschef liegt der Verdacht nahe, dass in diesen Stunden größere Pools befüllt wurden.
Deshalb soll nun genauer hingeschaut werden. Im Herbst ist eine Erhebung der privaten Pools geplant. Ab dem kommenden Jahr soll deren Befüllung nur noch nach Rücksprache mit dem Gemeindeamt erfolgen. Ziel sei es, Verbrauchsspitzen besser zu steuern und Engpässe zu vermeiden.
Auch die Bevölkerung wird laufend zum Wassersparen aufgerufen. Mairhofer appelliert, beim Gießen möglichst Brauchwasser statt Trinkwasser zu verwenden. "Jeder hat gern einen schönen Garten", sagt der Bürgermeister. Gleichzeitig berichtet er, dass sich viele Bürger aktiv über die aktuelle Versorgungslage informieren würden.
Das Bewusstsein für die angespannte Situation sei in der Gemeinde durchaus vorhanden. Um die Versorgung langfristig zu sichern, hat Hofkirchen schon einen neuen Tiefbrunnen bohren lassen. Noch in dieser Woche soll feststehen, ob das gefundene Wasser für die Trinkwasserversorgung geeignet ist.
Und selbst die bisher gesperrte Quelle wird weiter genutzt: Mit einem umgebauten ehemaligen Milchwagen transportiert die Gemeinde das Wasser etwa zum Sportplatz oder für das Freibad. "Wir können nicht zum Trinkwassersparen aufrufen und uns dann als Gemeinde selbst nicht daran halten", betont Mairhofer.