Die Wasserkrise in Artstetten-Pöbring im Bezirk Melk spitzt sich weiter zu. Nachdem am Dienstagabend plötzlich rund 250 Bewohner ohne Leitungswasser dastanden, spricht jetzt Bürgermeister Karl Höfer (VP) im "Heute"-Gespräch Klartext.
"Wir haben ein extrem trockenes Halbjahr hinter uns, sowohl Herbst als auch Winter waren sehr trocken", sagt Höfer. Deshalb habe die Gemeinde bereits reagiert: Seit 4. Mai dürfen keine Pools mehr befüllt und keine Bewässerungsanlagen verwendet werden – außer nach Rücksprache mit den Wassermeistern.
Doch daran hielten sich offenbar nicht alle. "Die Leute haben scheinbar trotzdem unfassbar viel Wasser verbraucht, bis das ganze Leitungsnetz am Dienstagabend ausgesaugt war", so Höfer. Die Folgen waren massiv: Von Dienstag 19 Uhr bis Mittwoch 16.30 Uhr hatten die Betroffenen kein Wasser, weder zum Trinken noch für die Toilette.
Der Verbrauch explodierte regelrecht. Laut Gemeinde wurden in Artstetten und Unterbierbaum 276 Kubikmeter Wasser verbraucht – Höfer spricht vom Dreifachen des Normalverbrauchs. Als Ursachen nennt die Gemeinde Poolbefüllungen und Bewässerungen von Gartenanlagen.
"Wenn im Ort viel Wasser verbraucht wird, dann reicht der Wasserdruck nicht, dass in höhergelegene Häuser noch Wasser fließt", erklärt Höfer. Schon Tage zuvor habe man die Bürger gewarnt, auf den Wasserverbrauch zu achten. "Wenn man koordiniert an einem Strang zieht, dann schafft man das. Aber die Leute waren scheinbar so unbekümmert, dass sie trotzdem weiter Wasser verbraucht haben. Es hat ganz klar an Betroffenheit gefehlt, stattdessen gab es Egoismus", ärgert sich der Ortschef.
Am Mittwochvormittag fand eine Krisensitzung der Gemeinde statt, später konnte die Wasserversorgung wiederhergestellt werden. Laut Gemeinde sind derzeit alle Ortsnetze stabil, die Versorgung im gesamten Gemeindegebiet ist gesichert. Die Hochbehälter hätten sich aber nur auf sehr niedrigem Niveau stabilisiert.
Die Gemeinde geht davon aus, dass sich die Versorgungssituation in den nächsten Monaten "sehr angespannt" bleibt. Übrigens: Wer gegen das Verbot von Poolfüllen und Rasenbewässern verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. Laut Gemeinde können Verwaltungsübertretungen geahndet werden - das Strafausmaß liegt bei bis zu 730 Euro.
Höfer hofft nun auf Disziplin. "Am Mittwoch war die Bevölkerung gewissenhaft, da wurde wenig Wasser verbraucht. Wenn es so bleibt und wir zusammenhalten, dann schaffen wir es auch trotz der Hitze!"