Krems war bisher ein echtes Paradies für E-Autos. Seit 2018 konnten Fahrer von Elektrofahrzeugen in der Stadt gratis parken. Für alle anderen galt der normale Tarif. Damit ist jetzt aber Schluss.
Der Gemeinderat beschloss zuletzt mit großer Mehrheit das Aus für die Sonderregel. Ab 1. Juli müssen auch E-Autos in der Grünen und Blauen Zone Parkgebühren zahlen. Nur Grünen-Solist Markus Schwarz stimmte dagegen, berichten die "Niederösterreichischen Nachrichten".
Bürgermeister Peter Molnar (SP) hatte bereits im Vorjahr betont, dass die Vorreiterrolle von Krems zwar gut gewesen, "inzwischen aber nicht mehr zeitgemäß" sei. Der Stadt entgingen durch das Gratisparken über die Jahre vermutlich mehrere Hunderttausend Euro.
Künftig rechnet Krems mit zusätzlichen Einnahmen von 46.500 Euro pro Jahr. "Tendenz steigend", sagte Verkehrsstadträtin Alexandra Ambrosch (SP) mit Blick auf den wachsenden E-Auto-Markt.
Ganz gratis wird die Umstellung für die Stadt aber nicht: Für neue Parkfolder und die Anpassung der 43 Parkautomaten fallen rund 3.700 Euro an, heißt es in den "NÖN".

Auch beim Thema Laden soll sich etwas tun. Der Gemeinderat einigte sich auf eine Machbarkeitsstudie für E-Ladestationen in städtischen Parkhäusern. Geplant sind mindestens drei öffentlich nutzbare Ladepunkte pro Parkhaus.
Kritik für den Entschluss kam von FP-Stadtrat Martin Zöhrer. Er hatte bereits vor über einem Jahr einen Dringlichkeitsantrag für das Ende der Gebührenbefreiung eingebracht – damals ohne Mehrheit. Ihm zufolge hätte die Gebührenbefreiung für E-Autos längst erfolgen müssen.