Eigentlich sollte es ein schöner Tag sein: Nevenka J. war Ende Februar in Gerasdorf (Bezirk Korneuburg, NÖ) bei Hochzeitsfeierlichkeiten in der Familie. Doch dann der Schock: ein Herz-Kreislauf-Stillstand.
Nevenka J. soll bei der Veranstaltung über Brustschmerzen, Übelkeit und Erbrechen geklagt haben. Einsatzkräfte vom Roten Kreuz Gerasdorf waren in zehn Minuten vor Ort.
Auch ein Notarzteinsatzfahrzeug aus Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf, NÖ) wurde gerufen. Josef Strieg, Notfallsanitäter beim Rotes Kreuz Gerasdorf, erklärt: "Dann ging alles sehr schnell."
"Die Frau erlitt einen Herz-Kreislaufstillstand und wir begannen sofort mit der Reanimation – in so einem Fall ist sofortiges Handeln gefragt, hier zählt jede Minute", so Strieg weiter.
Die Reanimation sei erfolgreich gelaufen, weil so schnell eingegriffen wurde. Die Patientin konnte in ein Spital gebracht werden.
Mittlerweile ist die Patientin auf dem Weg der Besserung. Sie soll das Spital bald verlassen dürfen und dann die Reha beginnen. "Wir waren unglaublich froh, dass hier so schnell und professionell gehandelt wurde", so Willi J., Ehemann von Nevenka.
Nevenka J. hätte sich gewunschen, "ihr Rotkreuz-Team" kennenzulernen – das passierte dann auch, aber nicht an einem ganz normalen Tag.
"Deshalb haben wir gleich beim Roten Kreuz nachgefragt, ob sie vielleicht sogar als Überraschungsgäste zum Geburtstag von Nevenka in das Krankenhaus kommen können. Und diese Überraschung ist voll und ganz gelungen", erklärt Willi J..
Das Team bestehend aus Strieg und Raphael Reichberger, beide Rotkreuz-Notfallsanitäter, und Angelina Grillari, Rettungssanitäterin, kam am 23. April im Wiener Krankenhaus zu Besuch – die drei arbeiten als Ehrenamtliche beim Roten Kreuz Niederösterreich.
Nevenka J. erhielt Geschenke. "Das größte Geschenk aber ist, dass ich das erleben darf", so die Patientin. Und weiter: "Man nimmt es immer als selbstverständlich, dass die Rettung kommt – aber wenn man das einmal selbst erleben muss, wie diese Menschen jederzeit kommen und kompetent helfen, ist das etwas ganz anderes. Ich bin einfach nur dankbar und muss das alles erst verarbeiten."
"Für uns ist es ein besonders schönes Erlebnis, auch später einmal unsere Patientinnen und Patienten wieder treffen zu dürfen – in diesem Fall natürlich ganz besonders. Es ist schon ein sehr emotionaler Moment, wenn wir nach einer Lebensrettung zu Besuch kommen können – und in diesem Fall sozusagen gleich doppelt Geburtstag feiern dürfen", so das Rettungsteam.