Was zunächst nach einem sicheren Motorschaden klingt, entpuppt sich als vielversprechende Lösung: Wasser im Diesel kann Schadstoffe drastisch reduzieren - und das ganz ohne Motorumbau. Eine internationale Studie zeigt, dass sogenannte Wasser-in-Diesel-Emulsionen die Emissionen von Stickoxiden um bis zu 67 Prozent und Rußpartikel um bis zu 68 Prozent senken können.
Der Trick: Mithilfe spezieller Tenside werden winzige Wassertröpfchen gleichmäßig im Kraftstoff verteilt. Diese bleiben bis zu 60 Tage stabil und können wie normaler Diesel getankt werden. Im Brennraum verdampfen die Wassertröpfchen schlagartig und erzeugen sogenannte Mikroexplosionen.
Diese zerreißen die Kraftstofftropfen in noch feinere Partikel, wie Forschung und Wissen schreibt. Der Diesel vermischt sich dadurch besser mit der Luft und verbrennt vollständiger. Gleichzeitig senkt das verdampfende Wasser die Spitzentemperaturen im Motor, was die Bildung von Stickoxiden reduziert.
"Wasser-in-Diesel-Emulsionen sind eine praktische und kostengünstige Möglichkeit, Dieselmotoren sauberer zu machen", erklärt Studienautor Dr. Chukwuemeka Fortunatus Nnadozie. "Da die Technologie keine Neukonstruktion des Motors erfordert, eröffnet sie einen sofortigen Weg zur Reduzierung von Emissionen."
Besonders interessant ist die Technik für Lkw, Landmaschinen, Baufahrzeuge und Schiffe, die noch lange auf Diesel angewiesen sein werden. Auch in Österreich könnten Millionen Dieselfahrzeuge davon profitieren.
Allerdings gibt es noch Hürden: Die Emulsionen sind langfristig nicht stabil und können sich wieder in Wasser und Diesel trennen. Außerdem kann Wasser bei Kälte gefrieren oder zur Korrosion von Tanks führen. Die Forscher empfehlen daher weitere Studien, bevor die Technik im großen Stil eingesetzt werden kann.