Mercedes zeigt mit der E-Klasse als T-Modell, wie viel Komfort, Technik und Sparsamkeit in einem Kombi stecken können. Im Test: der E 300 de 4MATIC – ein Plug-in-Hybrid mit Diesel, E-Motor und jeder Menge Luxus.
Günstig ist der Spaß mit dem Stern auf der Motorhaub nicht. Das E-Klasse T-Modell startet als 200 d mit 163 PS bei 66.090 Euro. Der getestete E 300 de 4MATIC kostet mindestens 74.910 Euro. Unser Testwagen kam mit Extras sogar auf stolze 98.390 Euro. Das ist eine echte Ansage.
Unter der Haube arbeitet ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 197 PS und 440 Nm Drehmoment. Dazu kommt ein ins Getriebe integrierter Elektromotor mit 129 PS. Gemeinsam liefert das System 313 PS und satte 700 Nm Drehmoment.
Die Kraft geht über eine 9G-TRONIC Automatik an alle vier Räder. Der permanente Allradantrieb 4MATIC sorgt für souveränen Vortrieb. Von 0 auf 100 km/h sprintet der große Kombi in 6,7 Sekunden, Schluss ist erst bei 241 km/h. Rein elektrisch sind bis zu 140 km/h möglich.
Die Batterie fasst 25,4 kWh brutto. Mercedes verspricht eine elektrische Reichweite von 85 bis 102 Kilometern. Im Heute-Test waren es 85 Kilometer – dann war Schluss mit rein elektrischem Fahren.
Geladen wird mit 11 kW AC in rund 2,5 Stunden. Wer den optionalen DC-Lader an Bord hat, schafft 10 auf 80 Prozent in etwa 20 Minuten. Das ist für einen Plug-in-Hybrid ein echter Pluspunkt.
Auch beim Verbrauch überzeugt der Antrieb. Mercedes nennt kombiniert 5,7 Liter, im Heute-Test waren es 5,1 Liter (mit leerer Batterie wohlgemerkt). Besonders stark: Selbst mit leerem Akku fährt die E-Klasse im Stadtbetrieb oft elektrisch. Der Übergang zwischen Diesel und E-Motor funktioniert zudem extrem harmonisch.
DAS Highlight des Testwagens ist die Airmatic. Die Luftfederung macht aus der E-Klasse gefühlt eine kleine S-Klasse mit Kombiheck. Unebenheiten werden souverän weggefiltert und lange Strecken werden zum Wellnessprogramm. So machen selbst lange Autobahnetappen richtig Spaß.
Die Airmatic bügelt nicht nur schlechte Straßen weg, sondern regelt auch das Fahrzeugniveau automatisch. Per Knopfdruck lässt sich zudem die Bodenfreiheit erhöhen. Bei höherem Tempo senkt sich der Wagen ab, im Sportmodus wird das Fahrwerk straffer und die E-Klasse liegt ebenfalls tiefer. Dennoch bleibt die E-Klasse im Sportmodus nach wie vor sehr komfortabel. Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern Audi A6 und BMW 5er, hat die E-Klasse mit der Airmatic eindeutig das weichste Fahrwerk aus dem Trio.
Auch beim Licht zeigt Mercedes, was technisch möglich ist. Die Digital-Light-Scheinwerfer arbeiten mit 1,3 Millionen Mikrospiegeln pro Seite. Andere Verkehrsteilnehmer werden vom Fernlicht extrem präzise ausgeblendet. In der großen Ausführung kann das System sogar Symbole auf die Straße projizieren.
Innen wartet der MBUX Superscreen. Neben dem Zentraldisplay gibt es ein zusätzliches Display für den Beifahrer. Dieser kann während der Fahrt Videos streamen oder Spiele spielen, ohne den Fahrer abzulenken. Möglich macht das eine kameraüberwachte Sichtschutzfunktion.
Auf dem Armaturenbrett sitzt zudem eine Selfie- und Videokamera. Im Stand sind damit sogar Webex- oder Zoom-Konferenzen möglich.
Der Innenraum überzeugt mit guter Verarbeitung und hochwertigen Materialien. Mercedes hat hier nicht gespart. Gespart wird allerdings auch beim Kunden nicht – denn nahezu alles ist bestellbar, aber das kostet eben extra.
Unser Testwagen hatte unter anderem Anhängevorrichtung, DC-Lader, Sitzheizung im Fond, Night-Paket, Winter-Paket, MBUX Superscreen, AMG Line Premium, Fahrassistenz-Paket Plus, Airmatic und 20-Zoll-AMG-Räder an Bord. Allein die AMG Line Premium schlägt mit 9.770 Euro zu Buche.
Einen kleinen Nachteil hat das Hybrid-Kombi aber trotzdem: Die Batterie nimmt dem Kofferraum Platz weg. Der Plug-in-Hybrid bietet 460 bis 1.675 Liter Kofferraumvolumen. Ohne PHEV-Technik sind es beim E-Klasse T-Modell 615 bis 1.830 Liter. Wer aber den maximalen Kombi-Nutzen sucht, sollte diesen Punkt mit einberechnen. .
Der Mercedes-Benz E 300 de 4MATIC T-Modell ist ein brutal gutes Auto. Er ist sparsam, komfortabel, leistungsstark, hochwertig verarbeitet und technisch vollgepackt. Die Luftfederung sucht in dieser Klasse ihresgleichen und der Antrieb ist wunderbar harmonisch abgestimmt.
Der größte Knackpunkt bleibt der Preis. Fast 100.000 Euro für einen Kombi mit 4-Zylinder-Diesel sind eine Ansage. Aber: Es regt sich schließlich auch niemand darüber auf, dass eine Rolex teuer ist. Trotzdem wollen die Leute sie haben.