Mercedes schickt den neuen CLA ins Rennen und setzt dabei erneut auf die Kombination aus sportlichem Coupé-Design und modernster Technik. Die neue Generation des viertürigen Coupés fällt mit ihrer spektakulären Optik sofort auf, bietet erstmals umfangreiche Assistenzsysteme und bleibt auch als Hybrid erhältlich. Im Alltag zeigt der CLA 200 4Matic, was wirklich in ihm steckt.
Der neue Mercedes CLA misst 4,72 Meter in der Länge und bleibt seiner eleganten Linienführung treu. Mit seinem flachen Dach, den markanten Lichtsignaturen und den AMG-Designelementen zieht der Stuttgarter viele Blicke auf sich.
Angetrieben wird der CLA 200 4Matic von einem 1,5-Liter-Turbobenziner mit 163 PS, der von einem 30 PS starken Elektromotor unterstützt wird. Die Systemleistung sorgt für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 228 km/h.
Dank Allradantrieb und einem überraschend direkten Einlenkverhalten fühlt sich der CLA deutlich leichter an, als es sein Leergewicht von 1.770 Kilogramm vermuten lässt.
Eine der größten Stärken des neuen CLA bleibt der Fahrkomfort. Unebenheiten werden souverän souverän weggefiltert, das Fahrwerk arbeitet angenehm ausgewogen. Selbst mit der AMG Line Plus, die das Fahrzeug um 15 Millimeter tieferlegt, bleibt der Komfort auf hohem Mercedes-Niveau. Etwas straffer als das Komfortfahrwerk ist es dennoch.
Im Innenraum dominiert die Digitalisierung. Das optionale Premium-Paket für 3.495 Euro bringt unter anderem Navigation, den neuen Superscreen sowie eine Selfie- und Videokamera ins Fahrzeug.
Ebenfalls erhältlich ist der MB.DRIVE Parking Assist mit 360-Grad-Kamera um 1.175 Euro. Für kalte Tage empfiehlt sich das Winter-Paket um 260 Euro mit Lenkradheizung und beheizten Scheibenwischerblättern.
Besonders spannend: Der CLA verfügt bereits über Technologien, die in anderen Märkten teilweise hochautomatisiertes Fahren ermöglichen. In Europa sind viele dieser Funktionen derzeit allerdings noch nicht freigeschaltet.
Kritisch sehen wir das Konzept der digitalen Extras. Während einige Funktionen dauerhaft gekauft werden, müssen andere gekauft und per Abo monatlich freigeschaltet werden. Die Übersicht darüber fällt nicht immer leicht und sorgt für Verwirrung.
Während Fahrwerk und Lenkung überzeugen, hinterlässt der Hybridantrieb einen gemischten Eindruck. Im Elektrobetrieb schaltet das Getriebe ganz normal die Gänge durch. Sobald sich der Benzinmotor zuschaltet, kommt es jedoch gelegentlich zu spürbaren Rucklern, vor allem, wenn der Verbrenner noch nicht auf Betriebstemperatur ist.
Gerade im Stadtverkehr fällt auf, dass das Zusammenspiel zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor nicht ganz so harmonisch ist, wie der Rest des Fahrzeugs.
Was man dem CLA 200 jedoch nicht absprechen kann, ist der geringe Verbrauch: Auf der "Heute"-Testrunde gönnte sich der Benz 5,6 Liter Benzin. Das kann sich sehen lassen.
Auch beim Platzangebot muss man Kompromisse eingehen. Mit 405 Litern Kofferraumvolumen ist der CLA keineswegs unpraktisch, überragend fällt das Raumangebot aber nicht aus – vor allem, wenn man in der zweiten Sitzreihe Platz nimmt.
Allerdings soll der CLA kein Familien-Van sein, sondern ein emotionales Viertürer-Coupé. Wer schön sein will, muss hinten eben etwas leiden.
Der Mercedes CLA 200 4Matic begeistert mit seiner spektakulären Optik, einem hervorragenden Fahrkomfort und einem überraschend agilen Fahrverhalten. Der Testwagenpreis von rund 71.700 Euro zeigt allerdings auch, wie schnell die umfangreiche Optionsliste den Basispreis von 48.690 Euro nach oben treibt.
Wer klassisch tanken möchte, bekommt mit dem Hybrid eine moderne Alternative. Dennoch drängt sich nach dem Test ein Eindruck auf: Der neue CLA funktioniert als Elektroauto schlichtweg besser. Der elektrische Antrieb ist stärker, deutlich harmonischer und arbeitet zudem völlig ruckelfrei. Da der Hybrid in Österreich zusätzlich von der NoVA betroffen ist, hat er auch keinen nennenswerten Preisvorteil gegenüber dem elektrisch betriebenen CLA.