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367 PS und 0 % NoVA – Der "Audi-Hack" mit dem neuen A6

Der neue Audi A6 leistet dank des Plug-in-Hybrids 367 PS und kommt somit ohne Nova-Steuer aus. Doch was kann der 110.000-Euro-Kombi wirklich?
Maxim Zdziarski
15.03.2026, 09:45
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Der neue Audi A6 geht einen klaren Schritt in Richtung Elektrifizierung – und bringt für Österreich eine besonders spannende Kombination: bis zu 367 PS Leistung, Plug-in-Hybrid-Technik und gleichzeitig 0 Prozent NoVA. Damit könnte der neue A6 e-hybrid für viele Käufer zu einer Art "legalem Steuer-Trick" im Jahr 2026 werden.

Grundsätzlich startet der Audi A6 aktuell ab 68.229 Euro. Das Modell ist mit 7-Gang-S-tronic erhältlich und deckt eine Leistungsspanne von 204 bis 367 PS ab. Neben klassischen Benzinern und Dieseln, die als Mildhybrid ausgelegt sind, bietet Audi auch Plug-in-Hybrid-Varianten an. Diese tragen nun eine neue Bezeichnung: Früher hießen sie TFSI-e, jetzt nennt Audi sie schlicht "e-hybrid".

Gleiche Hardware, zwei Leistungsstufen

Beim Plug-in-Hybrid gibt es zwei Varianten: den Audi A6 Avant e-hybrid mit 220 kW (299 PS) sowie den Audi A6 Avant e-hybrid mit 270 kW (367 PS). Technisch sind beide Versionen ident. In beiden Fällen arbeitet ein 2,0-Liter-TFSI-Benziner mit 252 PS zusammen mit einem Elektromotor mit 143 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment. Der Unterschied zwischen den beiden Leistungsstufen liegt im Wesentlichen in der Software-Abstimmung.

Preislich startet die schwächere Version mit 299 PS bei 69.200 Euro, während die stärkere Variante mit 367 PS ab 80.800 Euro angeboten wird. Damit kosten 68 zusätzliche PS rund 11.600 Euro Aufpreis. Allerdings bekommt man beim stärkeren Modell auch mehr Serienausstattung. Dazu zählen etwa S-Line-Paket, Sportfahrwerk, rote Bremssättel, Sportsitze, 19-Zoll-Felgen sowie eine Allradlenkung. Diese verändert ihre Funktionsweise übrigens bis etwa 60 km/h, um die Wendigkeit im Stadtverkehr zu verbessern bzw. um bei höherem Tempo die Stabilität zu erhöhen.

Ausstattung wie in der Oberklasse

Unser Testfahrzeug war die Topversion, der Audi A6 Avant e-hybrid 270 kW, der mit zahlreichen Extras auf einen Gesamtpreis von 109.411,20 Euro kam. Zu den Optionen gehörten unter anderem Gletscherweiß Metallic (1.244 Euro), ein adaptives Luftfederfahrwerk (2.048 Euro), das Interieur S-Line mit Sportsitzen (1.137 Euro), ein Panorama-Glasdach (2.784 Euro) sowie das MMI experience pro mit Bang-&-Olufsen-Soundsystem (3.830 Euro). Auch ein umfangreiches Techpaket pro für über 7.000 Euro, 21-Zoll-Felgen, Sitzbelüftung, Akustikverglasung, ein Ambiente-Lichtpaket und elektrisch einstellbare Sitze sowie eine Zuziehhilfe waren an Bord.

100 km rein elektrisch

Beim Akku bleibt Audi beim bekannten Format: Er ist ein mal ein Meter groß und 18 Zentimeter dick. Physisch hat sich also nichts verändert, die Leistung wurde aber deutlich gesteigert. Laut Hersteller gibt es 45 Prozent mehr Performance, mit über 20 kW netto nutzbarer Akkukapazität (mehr als 25 kW brutto). Dadurch soll der A6 Plug-in-Hybrid laut WLTP bis zu 100 Kilometer rein elektrisch fahren können.

Der Plug-in-Hybrid bringt auch einige Unterschiede mit sich. Der Benzintank schrumpft auf 46 Liter, während die normalen Benziner 56 Liter und der Diesel sogar 60 Liter fassen. Auch beim Kofferraum gibt es kleine Abstriche: Während der A6 Avant normalerweise 466 Liter Ladevolumen bietet, bleiben beim Plug-in-Hybrid 404 Liter übrig.

Hybrid-Assistent im A6 überzeugt

Spannend ist der sogenannte Hybrid-Assistent. Audi empfiehlt, längere Strecken mit aktivem Navigationssystem zu fahren, weil das System dann die Route analysiert und beide Antriebe optimal einsetzt. So fährt der A6 in der Stadt bevorzugt elektrisch, nutzt auf der Autobahn eher den Verbrennungsmotor und kann bei langsameren Abschnitten – etwa 80-km/h-Zonen – wieder auf den Elektromotor wechseln.

Im Alltag überzeugt der A6 vor allem durch seinen Komfort. Der Wagen fährt extrem ruhig, der Innenraum ist außergewöhnlich leise, und der Hybrid-Antrieb arbeitet insgesamt sehr effizient. Kritik gibt es hingegen an der teils sehr ambitionierten Preisgestaltung sowie an der Piano-Black-Mittelkonsole, die schnell Fingerabdrücke und Kratzer sammelt.

Keine Nova, aber trotzdem sportliche Preisgestaltung

Gerade für Österreich bleibt aber ein Punkt besonders interessant: Durch die steuerlichen Vorteile für Plug-in-Hybride kann ein Audi A6 mit 367 PS unter Umständen mit 0 Prozent NoVA auskommen. Damit bekommt man viel Leistung bei vergleichsweise moderaten Abgaben.

Der neue A6 zeigt damit deutlich, wohin die Reise bei Audi geht: Vorsprung durch Elektrifizierung. Komfort, Technik und Effizienz passen, doch mit Preisen jenseits der 100.000-Euro-Marke werden wohl die wenigstens in den Genuss kommen, diesen neuen A6 genießen zu können.

{title && {title} } zdz, {title && {title} } 15.03.2026, 09:45
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