Mercedes schickt den neuen CLA 350 4Matic mit EQ Technologie ins Rennen – und der elegante Elektro-Benz zeigt eindrucksvoll, wie weit moderne E-Autos aus Deutschland inzwischen sind. Viel Leistung, hohe Reichweite und extrem schnelles Laden treffen auf klassischen Mercedes-Komfort. Günstig ist der Premium-Stromer allerdings nicht.
Schon der Einstiegspreis hat es in sich: Ab 59.990 Euro geht es als CLA 350 mit Allrad los. Unser Testwagen mit AMG Line, Premium-Plus-Paket und zahlreichen Extras kratzt allerdings bereits an der 72.000-Euro-Marke.
Unter der schicken Karosserie arbeitet ein kräftiger Elektroantrieb mit 260 kW beziehungsweise 354 PS und satten 515 Nm Drehmoment. Dank Allradantrieb sprintet der CLA in nur 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Schluss ist erst bei 210 km/h.
Dabei überrascht vor allem das Fahrgefühl: Trotz über zwei Tonnen Leergewicht lenkt der CLA erstaunlich direkt ein und fühlt sich deutlich leichter an, als er tatsächlich ist. Vor allem auf kurvigen Landstraßen wirkt der Elektro-Mercedes angenehm agil.
Dazu kommt der typische Mercedes-Komfort im verbauten Komfortfahrwerk. Der CLA ist ruhig, souverän und deutlich auf das Wohlbefinden der Insassen ausgelegt. Genau so, wie man es von der Marke erwartet.
Besonders stark präsentiert sich der CLA beim Thema Effizienz. Die nutzbare Batteriekapazität liegt bei 85 kWh, die offizielle WLTP-Reichweite beträgt beeindruckende 733 Kilometer.
Im Alltag sind auf der Autobahn bei 12 Grad echte 400 Kilometer realistisch. Im gemischten Betrieb sind aber durchaus knapp 600 Kilometer möglich. Auf der Autobahn haben wir rund 20 kW verbraucht, in Mix zwischen Landstraße und Autobahn waren es 15 kW auf 100 Kilometer.
Einen großen Anteil daran hat das neue zweistufige Getriebe, das speziell auf effizientes Fahren bei höheren Geschwindigkeiten ausgelegt ist. Gerade auf der Autobahn bleibt der Verbrauch dadurch angenehm niedrig.
Richtig spannend wird es an der Schnellladesäule: Der CLA unterstützt DC-Laden mit bis zu 320 kW. In nur zehn Minuten sollen laut Mercedes bereits 275 bis 315 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können. Von 10 auf 80 Prozent lädt der Akku in nur 22 Minuten – ein Spitzenwert in dieser Klasse. Zu Hause dauert eine vollständige Ladung an der 11-kW-Wallbox rund neun Stunden.
Im Innenraum zeigt Mercedes, was technisch aktuell möglich ist. Der riesige MBUX Superscreen dominiert das Cockpit, dazu kommen Head-up-Display, Burmester-3D-Soundsystem, Ambientebeleuchtung und zahlreiche Assistenzsysteme.
Spannend: Technisch könnte der CLA bereits autonom fahren. In anderen Märkten sind entsprechende Funktionen teils schon verfügbar – in Europa verhindern aktuell allerdings noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen den vollen Einsatz.
Ganz ohne Kritik kommt der neue CLA aber nicht davon. Vor allem die zahlreichen digitalen Zusatzfunktionen sorgen für Stirnrunzeln.
Manche Features kauft man dauerhaft, andere müssen per Abo bezahlt werden. Das System dahinter wirkt teilweise unübersichtlich. Gerade bei einem Auto dieser Preisklasse dürften sich viele Kunden fragen, warum Funktionen, die das Fahrzeug technisch ohnehin beherrscht, zusätzlich monatlich freigeschaltet werden müssen. Schade.
Auch beim Platzangebot zeigt sich: Der CLA will Raumwunder sein. Im Fond geht es eher gemütlich zu, der Kofferraum fasst 405 Liter, dazu kommt ein 101 Liter großer Frunk vorne.
Doch genau das ist auch nicht die Aufgabe dieses Autos. Der CLA ist ein schickes Viertürer-Coupé für Menschen, die Emotion und Design wollen – nicht maximalen Stauraum. Dieses Auto braucht man nicht unbedingt. Aber man will es haben.