Die Pflastersteine unter unseren Füßen. Die kunstvoll bearbeiteten Natursteine an historischen Gebäuden. Das Wasser, das selbstverständlich aus dem Hahn fließt.
Hinter all dem stehen drei traditionsreiche Handwerksberufe: Pflasterer, Steinmetze und Brunnenbauer. Was sie verbindet? Sie alle schaffen Werte, die Generationen überdauern.
Früher wurde vieles ausschließlich mit der Muskelkraft erledigt. Die Natursteine wurden von Hand bearbeitet, Pflasterungen ohne moderne Vermessungstechnik verlegt und Brunnen mit deutlich einfacheren Werkzeugen erschlossen.
Heutzutage unterstützen digitale Planung, moderne Maschinen und präzise Messtechnik die Fachkräfte bei ihrer Arbeit. Die Anforderungen sind komplexer geworden, gleichzeitig eröffnen neue Technologien völlig neue Möglichkeiten.
Eines hat sich jedoch nicht verändert: Das handwerkliche Können bleibt die Grundlage für die Qualität.
"Auch wenn sich die Berufe im Laufe der Jahrzehnte stetig weiterentwickelt haben, steht die Wirtschaftskammer Wien seit jeher hinter den Betrieben und begleitet sie bei neuen Herausforderungen, technischen Entwicklungen und der Ausbildung künftiger Fachkräfte", erklärt Geschäftsführer der Sparte Gewerbe und Handwerk der WKW, Ehsan Ajdari.
Viele verbinden Steinmetze ausschließlich mit Grabsteinen. Tatsächlich ist das Berufsfeld deutlich vielseitiger.
Die Steinmetze restaurieren historische Bauwerke, fertigen Fassaden, Treppen, Bodenbeläge oder individuelle Innenausstattungen aus Naturstein an. Sie verbinden traditionelles Handwerk mit modernster Bearbeitungstechnik.
Dabei entstehen oft Arbeiten, die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überdauern.
Kaum ein Beruf prägt das Stadtbild so unmittelbar wie jener des Pflasterers.
Ob Gehwege, Plätze oder historische Straßenzüge – die Pflasterer sorgen dafür, dass öffentliche Räume funktional, sicher und langlebig bleiben. Während früher vor allem reine Handarbeit gefragt war, kommen heute moderne Vermessungssysteme und neue Materialien zum Einsatz.
Trotzdem bleibt Präzision entscheidend. Denn eine fachgerecht verlegte Pflasterfläche hält oft mehrere Generationen.
Das Wasser ist eine Selbstverständlichkeit – bis es fehlt.
Die Brunnenbauer sorgen dafür, dass das Grundwasser erschlossen, genutzt und geschützt werden kann. Sie schaffen die Grundlage für die Trinkwasserversorgung, unterstützen Infrastrukturprojekte und leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen.
Gerade in den Zeiten des Klimawandels gewinnt ihre Arbeit zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig sind die Brunnenbauer heute auch im Bereich der Geothermie und erneuerbarer Energien tätig.
Steinmetze arbeiten täglich mit Materialien, die oft älter sind als die Menschheit selbst. Bei der Restaurierung historischer Gebäude müssen beschädigte Elemente oft exakt nachgebildet werden. Kein Stein gleicht dem anderen. Deshalb ist jedes Werkstück ein Unikat.
Je nach Projekt müssen Pflasterer tausende Steine einzeln verlegen. Im Gegensatz zu versiegelten Flächen kann ein Pflasterweg Regenwasser aufnehmen und zur natürlichen Kühlung von Städten beitragen. Bevor Asphalt verbreitet war, galten gepflasterte Straßen als große technische Errungenschaft.
Brunnenbauer arbeiten oft in Tiefen, die niemand sieht. Je nach Standort reichen Brunnen von wenigen Metern bis zu mehreren hundert Metern in die Erde. Jede Bohrung liefert Informationen über Erdschichten und Grundwasser. Viele Brunnen werden heute für Geothermieanlagen genutzt.
Ob historische Natursteinarbeiten, jahrzehntealte Pflasterungen oder technische Anlagen zur Wasserversorgung – viele Beispiele hochwertiger Handwerksarbeit finden sich bis heute im gesamten Stadtgebiet.
"Wer durch Wien geht, begegnet täglich hervorragender Handwerksqualität. Viele dieser Arbeiten bestehen seit Jahrzehnten und zeigen, wie wichtig fachgerechte Ausführung, Erfahrung und Know-how sind", betont Innungsmeister, Sparte Bauhilfsgewerbe der WKW, Christian Dobianer.
Trotz aller technologischen Entwicklungen bleibt eines klar: Gute Handwerker werden auch in Zukunft gebraucht.
Diese Berufe verbinden traditionelles Können mit den modernen Technologien und leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität in unserer Stadt. Sie schaffen Infrastruktur, erhalten Kulturgüter und sichern wichtige Ressourcen – Aufgaben, die heute genauso relevant sind wie vor hundert Jahren.
Ob Steinmetz, Pflasterer oder Brunnenbauer – diese Berufe verbinden Tradition, modernes Know-how und echte Zukunftsperspektiven. Wenn du selbst etwas erschaffen möchtest, das Menschen noch Jahrzehnte später nutzen und schätzen, dann informiere dich jetzt über Ausbildung, Karrierewege und offene Chancen bei der Wirtschaftskammer Wien, Sparte Bauhilfsgewerbe oder auf Hammerlehre.at