Kaum sind die Ferien vorbei, beginnt für viele Familien das bekannte Herbst-Ritual: laufende Nasen, Husten, Halsweh. Doch welche Viren sind derzeit in Österreich tatsächlich unterwegs?
Ein Blick auf die aktuellen Daten des Zentrums für Virologie der MedUni Wien zeigt: Von einer großen Viruswelle kann derzeit keine Rede sein. Trotzdem gibt es Bewegung. Vor allem Rhinoviren haben die Nase vorn. In der aktuellen Kalenderwoche machten sie 50 Prozent der nachgewiesenen Viren im Sentinel-System aus. Gleichzeitig wurden wieder einzelne Influenza-A-Viren entdeckt, auch SARS-CoV-2 tauchte in mehreren Proben auf.
Bei Influenza A gibt es derzeit keinen Grund zur Panik, sagt Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien. "Die nachgewiesenen Fälle sind sporadisch und zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Es handelt sich dabei um Urlaubs-Souvenirs aus südlichen Regionen." Gerade nach der Urlaubssaison können Viren aus Regionen mit viel internationalem Reiseverkehr nach Österreich gelangen.
Wo Menschen aus unterschiedlichen Ländern aufeinandertreffen, haben auch Viren leichtes Spiel. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass daraus bereits eine neue Grippewelle entsteht.
Auch SARS-CoV-2 ist weiterhin Teil des Infektionsgeschehens. In der aktuellen Wiener Sentinel-Auswertung wurden drei Proben positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Das ist noch ein niedriges Niveau – zeigt aber, dass das Coronavirus weiterhin zirkuliert.
„Covid geht langsam in die Höhe und wir erwarten jetzt einen weiteren Anstieg.“
Redlberger-Fritz beobachtet bereits seit Längerem eine zunehmende Aktivität: "Covid geht langsam in die Höhe und wir erwarten jetzt einen weiteren Anstieg." Von einer dramatischen Entwicklung ist derzeit allerdings nicht die Rede.
Wer momentan niest und schnupft, hat es dagegen deutlich wahrscheinlicher mit einem Rhinovirus zu tun. Diese Viren stellen derzeit den größten Anteil der nachgewiesenen Atemwegsviren und gehören zu den häufigsten Auslösern von gewöhnlichen Erkältungen.
"Besonders rund um den Schulstart ist das keine Überraschung", so die Virologin. Hunderte Kinder sitzen wieder täglich in Klassenräumen zusammen, treffen Freunde und kommen mit zahlreichen neuen Viren in Kontakt.
Auch die Österreichische Gesundheitskasse weist darauf hin, dass mit dem Schulbeginn die Wahrscheinlichkeit steigt, mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Gerade bei jüngeren Kindern sind mehrere leichte Infekte pro Jahr durchaus üblich.