Welt-Alzheimer-Tag

Demenz – 170.000 Menschen in Österreich betroffen

Rund 170.000 Menschen in Österreich leben mit der Erkrankung. Innovative Angebote stärken Selbstständigkeit und fördern gesellschaftliche Teilhabe.
Heute Life
21.09.2026, 14:42
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Es beginnt manchmal mit Kleinigkeiten: Ein Name will plötzlich nicht mehr einfallen, ein vertrauter Weg wird schwieriger oder ein Termin verschwindet aus dem Gedächtnis. Eine Demenzerkrankung verändert mit der Zeit vieles – für die Menschen, die damit leben, genauso wie für ihre Familien.

Rund 170.000 Menschen leben derzeit in Österreich mit einer Form von Demenz. Hinter dieser Zahl stehen ebenso viele persönliche Geschichten und Angehörige, die ihren Alltag neu organisieren müssen. Rund um den heutigen Welt-Alzheimer-Tag soll deshalb nicht nur die Erkrankung selbst im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem der Mensch dahinter.

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"Demenz betrifft uns alle"

"Demenz betrifft uns alle gemeinsam als Gesellschaft", betont Wiens Gesundheits- und Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Entscheidend sei, vorhandene Fähigkeiten zu stärken, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und gleichzeitig Angehörige zu entlasten. Dort setzen die Häuser zum Leben in Wien an. Pflege allein reicht dabei nicht: Betreuung, Aktivierung und soziale Kontakte sollen zusammenspielen.

"Demenz verändert vieles, aber niemals den Wert eines Menschen", sagt Geschäftsführer Christian Hennefeind. Ein Satz, der deutlich macht, worum es neben medizinischer und pflegerischer Versorgung auch geht: um Würde, Verständnis und Teilhabe.

Gemeinsam statt allein

In allen Häusern zum Leben gibt es unterschiedliche Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Demenz. Dazu gehören sogenannte "TagFamilien". Sie geben dem Tag Struktur, schaffen Orientierung und ermöglichen soziale Kontakte.

Speziell geschulte Mitarbeiter fördern dabei jene Fähigkeiten, die noch vorhanden sind, und unterstützen Betroffene dabei, möglichst viel Selbstständigkeit zu bewahren. Für Menschen mit fortgeschrittener Demenz gibt es in den Häusern Rosenberg und Döbling spezialisierte Betreuungszentren mit intensiverer Begleitung.

Seit 25 Jahren für Menschen mit Demenz da

Das Betreuungszentrum Rosenberg begeht heuer ein besonderes Jubiläum. Seit mittlerweile 25 Jahren werden dort Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen begleitet. Begonnen hat die Arbeit zu einer Zeit, als öffentlich noch deutlich weniger über Demenz gesprochen wurde und spezialisierte Angebote rarer waren. Zum Jubiläum öffnet das Zentrum heute am Welt-Alzheimertag seine Türen für Angehörige und Interessierte.

Restaurantbesuch ohne Angst

Wie sehr Demenz selbst vermeintlich alltägliche Situationen verändern kann, zeigt ein Restaurantbesuch. Eine ungewohnte Umgebung, Missverständnisse oder die Angst vor den Reaktionen anderer können dazu führen, dass Betroffene und Angehörige solche Unternehmungen irgendwann vermeiden.

Das Pop-up-Restaurant "Zum Augenblick" will genau diese Hürde abbauen. Es schafft bewusst ein demenzfreundliches Umfeld, in dem Familien gemeinsam essen und Zeit verbringen können. Am 6. Oktober öffnet es erstmals auch für externe Gäste.

Zusätzlich gibt es mit dem virtuellen #demenzRAUM ein Informations- und Austauschformat. Dort sprechen Fachleute, Betroffene und Angehörige über Fragen rund um Demenz, Pflege und Betreuung.

red,21.09.2026, 14:42