Ein kurzer Hinweis an einen Jugendlichen soll im Mai im Schlosspark Vösendorf eine brutale Attacke ausgelöst haben. Ein Physiotherapeut wurde laut "Kronen Zeitung" von mehreren Burschen zusammengeschlagen und gewürgt. Nun mussten sich drei Jugendliche vor Gericht verantworten.
Eine Lehrerin war damals gemeinsam mit dem späteren Opfer beim Schloss spazieren. Die beiden bemerkten einen Burschen, der gegen eine Mauer urinierte. Ihr Begleiter sprach ihn darauf an. "Das könntest du auch beim Busch machen", wird er in der Tageszeitung zitiert.
Daraufhin eskalierte die Situation. Insgesamt fünf Burschen sollen den Mann attackiert haben, zwei von ihnen waren noch unmündig. Der Physiotherapeut wurde laut Schilderung der Zeugin geschlagen und gewürgt, "bis dessen Gesicht blau anlief". Unter anderem erlitt er Rippenfrakturen, berichtet die Tageszeitung.
Einer der Beteiligten war erst zwölf Jahre alt und konnte deshalb nicht angeklagt werden. "Der Zwölfjährige, der nicht angeklagt werden konnte, hatte sogar einen Schlagring dabei", erinnert sich die Zeugin laut "Krone".
Auch die Verhandlung am Wiener Landesgericht hinterließ bei der Frau einen bleibenden Eindruck. Rund ein Dutzend Freunde der angeklagten Jugendlichen waren zum Prozess gekommen. Nach Darstellung der Zeugin verhielten sie sich respektlos. Ein Bub, der auf sie wie ein Zehnjähriger wirkte, soll auf der Stiege geraucht haben.
"Es ist unfassbar, wie die sich aufgeführt haben. Es muss an die Öffentlichkeit, was in unserer Gesellschaft passiert. Mich haben sie angesprochen und einer anderen Zeugin gedeutet, dass sie den Mund halten soll", erzählt die Zeugin der "Kronen Zeitung".
Nach ihrer Aussage wurde die Frau von Polizisten durch einen Nebenausgang aus dem Gerichtsgebäude begleitet.
Der hauptangeklagte 15-Jährige wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Auch ein zweiter jugendlicher Angeklagter erhielt eine unbedingte Haftstrafe. Ein dritter Jugendlicher wurde zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt.