Bruck an der Leitha

Mysteriöse Huptöne reißen Bahnhofs-Anrainer aus Schlaf

"Sie waren so laut, dass sie mich aus dem Schlaf gerissen haben, lauter als mein Wecker", so Anrainer Georg Z. (29). Die ÖBB arbeiten an einer Lösung.
Erich Wessely
03.09.2026, 05:15
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Seit Juni treten in der Nacht deutlich hörbare Warnsignale beim Bahnhof Bruck an der Leitha auf. Betroffene sprechen von "erheblicher Lärmbelästigung".

Am Dienstag waren gegen 4 Uhr und 5.30 Uhr Warnsignale zu hören: "Sie waren so laut, dass sie mich aus dem Schlaf gerissen haben, lauter als mein Wecker!", sagt Georg Z. (29), der mit seiner Partnerin seit zwei Jahren in einer Wohnung direkt gegenüber dem Bahnhof in Bruck wohnt.

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Tags darauf um 5 Uhr erklang erneut ein einminütiger "Hupton": "Ein Weiterschlafen bei geschlossenem Fenster ist nahezu unmöglich", so der Betroffene, der die nächtlichen Geräusche genau dokumentierte. Demnach gab es laute Geräusche im August etwa am 17.8. um 4.30 Uhr, am 18.8. um 23.30 Uhr, am 21.8. um 23.30 Uhr und am 30.8. um 4.30 Uhr.

Auf Anfragen hätten die ÖBB nicht reagiert ("Eine Rückmeldung habe ich nie bekommen, bis auf die Info, dass meine Anfrage weitergeleitet wird"), nach 20 Minuten in der Beschwerde-Hotline habe eine Dame gemeint, sie sei dafür nicht zuständig.

"Belastung während der Nacht"

Der 29-Jährige erklärt: "Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es mir nicht darum geht, den Bahnbetrieb zu behindern oder notwendige Sicherheitsmaßnahmen infrage zu stellen. Ich habe Verständnis dafür, dass bestimmte Warnsignale aus Sicherheitsgründen erforderlich sein können. Gleichzeitig stellt sich für mich als Anrainer jedoch die Frage, ob diese Signale tatsächlich in dieser Lautstärke und zu diesen Uhrzeiten erforderlich sind. Und ob es keine technisch oder organisatorisch möglichen Maßnahmen gibt, um die Belastung während der Nacht zu reduzieren."

ÖBB entschuldigen sich

Gegenüber "Heute" heißt es seitens der ÖBB: Die ÖBB möchten sich bei den Anrainern, die wiederholt durch laute Geräusche in ihrer Nachtruhe gestört wurden, "ausdrücklich entschuldigen". "Wir haben großes Verständnis dafür, dass insbesondere in den Nacht- und frühen Morgenstunden auftretende Lärmereignisse als sehr belastend empfunden werden."

Nach eingehender Prüfung der Vorfälle konnten die gemeldeten Geräusche mittlerweile einer "technischen Ursache zugeordnet werden". Entgegen erster Vermutungen stehen die Lärmereignisse nicht im Zusammenhang mit regelmäßigen Reinigungsarbeiten oder geplanten betrieblichen Abläufen am Bahnhof.

In den vergangenen Wochen kam es "vereinzelt dazu, dass sich bei mehreren Triebwagen, die nachts am Bahnhof Bruck abgestellt werden, das Makrophon, also das Signalhorn der Fahrzeuge, unbeabsichtigt einschaltete", so Sprecher Christopher Seif.

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"Technische Störung"

Die Ursache der daraus resultierenden Lärmbelästigungen konnte auf technische Störungen bei einzelnen Triebwagen der Baureihe "Talent" zurückgeführt werden. Dadurch könne es "beim Starten der Fahrzeuge in Einzelfällen aktuell zu unbeabsichtigten Signalhorn-Auslösungen kommen".

Der Bahnhof in Bruck an der Leitha
Daniel Schreiner

An Lösung wird gearbeitet

Die von Anrainern wahrgenommenen Signale seien daher keine bewusst ausgelösten Warnsignale und auch keine vorgesehenen betrieblichen Maßnahmen. Sprecher Christopher Seit betont in einer schriftlichen Stellungnahme: "Die betroffenen Fahrzeuge wurden bereits untersucht und befinden sich in technischer Bearbeitung. Die Fehlersuche gestaltet sich derzeit jedoch komplex, da das Problem nicht durchgehend auftritt und die Ursache bislang noch nicht eindeutig lokalisiert werden konnte. Wir nehmen Hinweise aus der Bevölkerung sehr ernst und danken den betroffenen Anrainer:innen für ihre Rückmeldungen. Wir arbeiten mit hoher Priorität an einer Lösung."

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