Tickets nicht erkannt

104 Euro für zwei Tage – Aufregung um ÖBB-Parkplatz

Ein Westbahn-Kunde sollte am ÖBB-Parkplatz plötzlich 104 Euro zahlen. Der Grund: Sein Ticket-Code wurde nicht erkannt.
Newsdesk Heute
01.09.2026, 10:21
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Für viele Pendler ist der Weg zum Bahnhof längst Routine: Auto abstellen, Ticket lösen, weiter mit dem Zug. Doch auf manchen ÖBB-Parkplätzen kann genau dieser Ablauf teuer werden – zumindest dann, wenn das System den Fahrschein nicht erkennt.

Wie der "Kurier" berichtet, sollte ein Westbahn-Kunde am Bahnhof Attnang-Puchheim in Oberösterreich für zwei Tage Parken plötzlich 104 Euro zahlen. Eigentlich wären für diesen Zeitraum nur vier Euro fällig gewesen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Hintergrund: Die ÖBB haben in Oberösterreich schrittweise ein Park-and-Ride-Zufahrtssystem eingeführt. Damit sollen die Stellplätze jenen vorbehalten bleiben, die tatsächlich mit Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren. Früher waren manche Parkdecks frei zugänglich und wurden auch von Autofahrern genutzt, die gar nicht auf Öffis umstiegen.

Zuerst wurden Schranken eingeführt, später kam die Gebührenpflicht dazu. In Wels, Vöcklabruck und Attnang-Puchheim kostet das Parken seit April je zwei Euro für die ersten beiden Tage, danach steigt der Tarif: vier Euro pro Tag für Tag drei bis fünf, ab dem sechsten Tag sechs Euro täglich. Maximal 30 Tage darf ein Auto dort stehen.

Im konkreten Fall scheiterte die Ausfahrt aber am Ticket. Das System konnte den gültigen Westbahn-Fahrschein offenbar nicht auslesen. Laut Stellungnahme des Parkplatzbetreibers Apcoa hieß es dazu: "Der Code auf den Westbahntickets hat kein lesbares Format für uns."

Die Folge: Statt vier Euro wurden 50 Euro pro Tag verrechnet – insgesamt also 104 Euro. Nach einer Beschwerde wurden die 100 Euro wieder ausgebucht, der Fahrgast musste am Ende nur den regulären Betrag von vier Euro zahlen.

Ganz gelöst ist das Problem damit aber nicht. Westbahn-Kunden müssen sich laut Bericht weiterhin entweder nachträglich rechtfertigen oder bereits im Zug einen eigenen P+R-QR-Code holen. Dieser wird von Zugbegleitern auf Nachfrage ausgestellt.

Entsprechend mies fallen auch die Google-Bewertungen des P+R in Attnang-Puchheim aus. Seit Monaten machen Pendler dort ihrem Unmut Luft:

  • "Dieses System ist einfach nur undurchdacht. Statt einfach bei einen normalen Schranken und Automaten im Innenbereich kann man bei Wind und Wetter alles bei der Ausfahrt machen. Bei mir hat das Scangerät den QR-Code meines Zugtickets nicht erkannt weil es in Strömen geregnet hat."
  • "Finde das einfach unverschämt! Da bemüht man sich ohnehin schon, öffentlich zu fahren, und dann wird neben dem Zugticket auch noch von der ÖBB für Sitzplatzreservierung und Parkplatz abkassiert."
  • "Beim Ausfahren hat überhaupt nichts funktioniert: QR-Code vom Zugticket wurde nicht erkannt, bezahlen war nicht möglich und auch der Hilfe-Button bzw. die Hotline waren komplett nutzlos, weil niemand erreichbar war. Dadurch soll ich jetzt fast 200 € zahlen, obwohl ich ein gültiges Zugticket habe. So ein System darf einfach nicht gleichzeitig vor Ort, online und beim Support versagen. Absolut mühsam und frustrierend."
  • "Durch die mangelnde Erklärung und als Westbahn-Kunde absolute Abzocke, bei jedem kleinen Parkplatz ist ordentlich beschrieben wie viel es kostet und der Automat ist einfach – nicht bei der ÖBB."
  • "Bei Ein-/Ausfahrt kein Hinweis, dass bei Westbahn andere Regeln gelten! Für 2 Tage und ca. 1 Std. soll ich jetzt € 150,-- Parkgebühr zahlen! Was für eine Frechheit! Was für eine Abzocke! Was für eine Unverschämtheit."

"Wesentliche Entspannung der Parksituation"

Eine generelle Anpassung der Westbahn-Tickets, damit sie direkt vom ÖBB-Parksystem gelesen werden können, ist demnach nicht geplant.

Bei den ÖBB wird das neue System noch evaluiert. Zu Einnahmen, Kosten und statistischen Veränderungen beim Parkverhalten liegen wegen der kurzen Einsatzzeit noch keine aussagekräftigen Daten vor. Beobachtet wurde aber bereits eine Entspannung: "In Wels haben wir beobachtet, dass die Einführung des Zufahrtssystems und der dortigen Tarife zu einer wesentlichen Entspannung der Parksituation geführt hat."

In Vöcklabruck finden Bahnpendler wieder leichter freie Plätze auf den vorgesehenen Stellflächen. Gleichzeitig sorgt die neue Regelung offenbar für Verdrängung: Manche Autofahrer weichen auf umliegende Gassen beim Bahnhof aus.

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.09.2026, 10:21