Mit einer Drohnachricht auf der internen Plattform seiner Schule sorgte ein 15-Jähriger aus Vorarlberg für Entsetzen. Am Mittwoch musste sich der Jugendliche deshalb vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten.
Laut Anklage richtete sich die Nachricht gegen die Direktorin und seine Klassenvorständin einer Bludenzer Schule. Der Jugendliche soll sich zuvor gemobbt gefühlt haben. Am 18. Juni schrieb er laut "Kronen Zeitung" auf der schulinternen Plattform: "Diesen beiden gehört mit einer Machete der Kopf abgeschlagen."
Danach folgte laut Gerichtsbericht noch eine weitere grobe Beschimpfung, die nicht wiedergegeben wurde. Inzwischen habe der 15-Jährige sein Fehlverhalten eingesehen und sich bei den beiden Lehrerinnen entschuldigt.
Vor Gericht zeigte sich der Jugendliche wortkarg. Nach Angaben aus dem Prozess besucht er derzeit weder eine Schule noch geht er einer Arbeit nach. Obwohl er bisher nicht vorbestraft ist, war er den Behörden bereits früher aufgefallen. Wegen seines damaligen Alters konnte er jedoch nicht strafrechtlich verfolgt werden, berichtet die Tageszeitung.
Der Staatsanwalt sprach sich gegen eine Diversion aus. Er verwies dabei auf spezialpräventive Gründe und zog laut "Krone" auch den Amoklauf an einer Grazer Schule vor einem Jahr als Argument heran.
Die Richterin entschied sich dennoch für eine Diversion. Ausschlaggebend seien das Geständnis und das junge Alter des Angeklagten gewesen. Der 15-Jährige muss innerhalb von sechs Monaten 60 Stunden Sozialarbeit leisten.
Mit der Entscheidung zeigte er sich laut "Kronen Zeitung" allerdings nicht zufrieden und fragte: "Gibt es kein anderes Angebot?" Die Antwort fiel eindeutig aus: "Nein", riefen Richterin, Staatsanwalt und Verteidigung im Chor.
Mit der Diversion bleibt dem Jugendlichen eine Verurteilung erspart - vorausgesetzt, er erfüllt die auferlegten 60 Stunden Sozialarbeit fristgerecht.