Die Angst vor Unverständnis der Eltern wird unter Pädagogen jetzt immer größer. Mit Start des Schuljahres ist es so weit: Das viel diskutierte Kopftuchverbot für unter 14-Jährige wird an Schulen eingeführt. Im Osten (Wien, NÖ, Burgenland) also schon kommenden Montag, im Rest des Landes eine Woche später.
Immer mehr Lehrende melden sich nun mit "erheblichen Sorgen" bei der Gewerkschaft – vor allem die Sorge vor Konflikten mit uneinsichtigen Eltern sei bei weiblichen Lehrerinnen groß, wie der Vorsitzende der österreichischen Lehrergewerkschaft, Paul Kimberger, im "Heute"-Gespräch erklärt.
Beispiel Volksschullehrer: "Da ist der Großteil weiblich. Die haben natürlich Angst, dass Gespräche mit einem salafistischen Vater nur endenwollend erfolgreich enden", sagt Kimberger zu "Heute".
Immer öfter melden sich Lehrende bei der Gewerkschaft, sie hätten Sorge, dass die Zusammenarbeit mit den Eltern durch das neue Gesetz erschwert würde. Besonders wichtig sei den Lehrerinnen und Lehrern, gerade im Konfliktfall von den Schulbehörden nicht allein gelassen zu werden.
"Wir hatten das schon damals bei Corona, nun ist die Sorge da, dass wir wieder auf uns gestellt sind", erklärt der Gewerkschafter. Prinzipiell sei man aber zuversichtlich, dass sich viele der Konflikte "mit guter Kommunikation lösen lassen". Alles in allem blicke man dem Schuljahr mit der neuen Regelung positiv entgegen: "Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass es gut laufen wird."
Außerdem seien vor Schulstart Dienstbesprechungen geplant, auch hierbei solle das Thema Kopftuchverbot entsprechend behandelt werden.