Wer gesund alt werden will, soll viel Gemüse, Fisch und gutes Olivenöl essen – so kennen wir es von der berühmten Mittelmeer-Diät. Doch ausgerechnet aus dem kühlen Norden kommt jetzt Konkurrenz: Eine traditionelle Ernährungsweise mit Roggenbrot, Beeren und Hering könnte ebenfalls dazu beitragen, länger gesund zu bleiben.
Die "Nordic Diet" klingt zunächst wenig spektakulär: Statt exotischer Superfoods landen vor allem regionale und möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel auf dem Teller.
Ganz oben stehen Vollkornprodukte wie Roggen und Hafer, dazu kommen Wurzelgemüse, Kohl, Hülsenfrüchte, Äpfel, Birnen und Beeren. Auch fettreicher Fisch wie Lachs, Hering oder Makrele darf regelmäßig auf den Teller. Als Fettquelle wird häufig Rapsöl verwendet. Süßigkeiten, stark verarbeitete Produkte und rotes Fleisch gibt es dagegen deutlich seltener.
Vollkorn und Gemüse liefern reichlich Ballaststoffe, Fisch und Rapsöl wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Beeren und anderes Obst steuern wiederum zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe bei. Dass die nordische Küche mehr als nur ein Ernährungstrend sein könnte, zeigen auch Untersuchungen. Eine Studie beobachtete mehr als 57.000 Menschen in Dänemark über zwölf Jahre.
Das auffällige Ergebnis: Männer, die sich besonders stark nach dem gesunden nordischen Ernährungsmuster ernährten, hatten ein um 36 Prozent niedrigeres Sterberisiko als jene, die dies am wenigsten taten. Wichtig dabei: Eine solche Beobachtungsstudie zeigt einen Zusammenhang. Sie beweist nicht, dass Roggenbrot und Hering allein für ein längeres Leben sorgen.
Studien bringen die nordische Ernährung auch mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle in Verbindung. Bei einer zwölfmonatigen Untersuchung in Schweden stellten Teilnehmer ihre Ernährung unter anderem auf mehr Hafer, Roggenbrot, Gemüse, Beeren, Rapsöl und fettreichen Fisch um. Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserten sich mehrere gesundheitlich relevante Werte – darunter Blutzucker, Cholesterin, Leberfett und Entzündungsmarker.
Das Beste daran: Dafür brauchst du weder Spezialprodukte noch einen komplizierten Ernährungsplan. Morgens Haferflocken, öfter Vollkorn- oder Roggenbrot statt Weißbrot, mehr saisonales Gemüse und Hülsenfrüchte sowie regelmäßig Fisch bringen bereits typische Elemente der "Nordic Diet" auf den Teller.