Bundesländer-Vergleich

Hier wartest du bis zu 3 Monate auf deinen Arzttermin

Eine neue Auswertung zeigt lange Wartezeiten bei Kassenärzten. Fachrichtung und Wohnort machen dabei einen enormen Unterschied.
Newsdesk Heute
19.09.2026, 10:11
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Wer in Österreich einen Termin bei einem Kassenarzt sucht, braucht mitunter sehr viel Geduld.

Eine neue Untersuchung der Plattform krankenversichern.at kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Wartezeit in acht von 14 analysierten Fachrichtungen gegenüber 2025 verlängert hat.

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Besonders schwierig ist die Lage in der Inneren Medizin. Dort vergehen österreichweit durchschnittlich mittlerweile 65 Tage zwischen der Anfrage und dem ersten angebotenen Routinetermin. Das sind zwei Tage mehr als im Vorjahr und zugleich der höchste Wert, der seit Beginn dieser Untersuchung gemessen wurde.

Internisten-Termin erst nach 65 Tagen

Auch in der Psychiatrie bleibt die Situation angespannt. Die Wartezeit liegt unverändert bei 61 Tagen und damit auf dem zweithöchsten Niveau aller untersuchten Fachrichtungen.

Deutlich verschlechtert hat sich die Lage in der Kardiologie. Dort stieg der Median innerhalb eines Jahres um zwölf Tage auf nun 45 Tage. In der Neurologie sind es 50 Tage und damit acht mehr als 2025.

Längere Wartezeiten meldet die Studie außerdem aus der Pulmologie mit einem Plus von vier Tagen und der Radiologie mit einem Anstieg um drei Tage. In der Orthopädie und bei Hals-Nasen-Ohren-Ärzten kamen jeweils zwei Tage hinzu, in der Kinderheilkunde ein Tag.

Unverändert blieben neben der Psychiatrie auch die Werte bei Hautärzten und Hausärzten. In der Dermatologie sind es 36 Tage, bei einem Allgemeinmediziner beträgt der Median einen Tag.

Auch kürzere Wartezeiten bleiben lang

In drei Fachrichtungen ging die Wartezeit zurück. Am stärksten ist die Verbesserung in der Gynäkologie. Dort sank der Wert um zwölf Tage auf 34 Tage.

Bei Urologen beträgt der Median nun 39 Tage, neun weniger als im Vorjahr. Auf einen Termin beim Augenarzt warten Patienten laut Erhebung 46 Tage. Das entspricht einem Rückgang um sechs Tage.

Damit liegen allerdings auch jene drei Fachrichtungen, in denen die Werte gesunken sind, weiterhin über der Marke von einem Monat. „Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen. Wer die nicht hat, bezahlt den Termin im Wahlarztbereich in Euro – selbst oder finanziert über eine private Krankenversicherung", sagt Studienleiter Sebastian Arthofer.

Steiermark hat den größten Ausreißer

Neben den Unterschieden zwischen den Fachrichtungen zeigt die Studie erstmals auch Werte für die einzelnen Bundesländer. Österreichweit liegt der Median für Facharzttermine bei 34 Tagen.

Am schnellsten erhalten die untersuchten Patienten in Wien einen Termin. Dort beträgt der Wert 22 Tage. Niederösterreich und die Steiermark kommen jeweils auf 34 Tage, Oberösterreich und Tirol auf 38 Tage.

Deutlich länger dauert es in Vorarlberg mit 46 Tagen. Schlusslicht im Bundesländervergleich ist das Burgenland: Dort müssen Patienten im Median 53 Tage auf einen fachärztlichen Kassentermin warten.

Hinter diesen Gesamtwerten verbergen sich noch größere Ausreißer. Wer in der Steiermark einen routinemäßigen Termin bei einem Urologen benötigt, wartet laut Untersuchung im Median 88 Tage. Das sind fast drei Monate.

In Oberösterreich dauert es in der Inneren Medizin 78 Tage. Selbst in Wien, das im Bundesländervergleich insgesamt am besten abschneidet, liegt die Wartezeit in der Psychiatrie bei 64 Tagen.

Jede dritte Ordination nimmt niemanden mehr auf

Die Wartezeit ist jedoch nur ein Teil des Problems. Eine separate Untersuchung desselben Portals kam im Sommer zu dem Ergebnis, dass 31,8 Prozent der überprüften Kassenordinationen keine neuen Patienten aufnahmen. Das entspricht annähernd jeder dritten Praxis.

Besonders hohe Anteile wurden bei Hautärzten mit 65,9 Prozent und in der Gynäkologie mit 65,2 Prozent festgestellt. Deutlich niedriger lag der Wert in der Radiologie mit 14,9 Prozent.

Für Patienten ändern solche Hinweise wenig an der belastenden Realität. Wer Beschwerden hat und erst Wochen später einen Termin erhält, bleibt lange mit Unsicherheit zurück. Bei akuten oder rasch zunehmenden Beschwerden solltest du allerdings nicht auf einen gewöhnlichen Vorsorgetermin warten, sondern dich an eine geeignete medizinische Akutversorgung wenden.

red,19.09.2026, 10:11
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