Du kuschelst dich ins Kissen, drehst den Kopf zur Seite und landest fast automatisch auf dem Bauch. Für manche Menschen gibt es kaum eine bequemere Position zum Einschlafen. Am nächsten Morgen meldet sich allerdings manchmal der Körper: Der Nacken zieht, die Schulter fühlt sich steif an oder der untere Rücken schmerzt. Ist also ausgerechnet die liebste Schlafposition schuld?
Das offensichtlichste Problem liegt beim Kopf: Wer auf dem Bauch schläft, muss ihn normalerweise nach links oder rechts drehen, um frei atmen zu können. Der Nacken verbringt dadurch möglicherweise mehrere Stunden in einer verdrehten Position.
Das kann insbesondere bei Menschen, die ohnehin zu Nacken- oder Schulterbeschwerden neigen, unangenehm werden. Verspannungen oder ein steifes Gefühl nach dem Aufstehen können Hinweise darauf sein, dass die gewählte Schlafposition oder das Kissen nicht optimal passen. Ein besonders hohes Kissen kann die Situation zusätzlich verschärfen, weil Kopf und Hals dadurch noch weiter aus ihrer natürlichen Ausrichtung gedrückt werden können.
Nicht nur der Nacken muss sich anpassen. In Bauchlage kann auch die natürliche Stellung der Wirbelsäule beeinflusst werden. Je nachdem, wie stark der Körper in die Matratze einsinkt, kann das Becken nach unten absacken und der untere Rücken stärker ins Hohlkreuz geraten.
Ob daraus tatsächlich Beschwerden entstehen, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab – etwa vom Körperbau, der Matratze, dem Kissen und bereits bestehenden Problemen des Bewegungsapparats. Wer morgens regelmäßig mit Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen aufwacht, sollte deshalb genauer darauf achten, in welcher Position er die Nacht verbringt.
Wer seit Jahren auf dem Bauch schläft, gut durch die Nacht kommt und morgens ohne Beschwerden aufsteht, muss seine Lieblingsposition nicht zwangsläufig aufgeben. Eine allgemein gültige "beste" Schlafposition gibt es nicht. Viel wichtiger ist, dass der Körper ausreichend gestützt wird und man nicht regelmäßig wegen Schmerzen oder Unwohlsein aufwacht.
Kissen und Matratze spielen dabei eine entscheidende Rolle. Das Kissen sollte Kopf und Nacken möglichst sinnvoll unterstützen, ohne den Kopf unnötig nach oben zu drücken. Die Matratze wiederum sollte stützen, ohne unangenehme Druckstellen entstehen zu lassen oder den Körper zu tief einsinken zu lassen.
Wer seine Schlafposition verändern möchte, kann die Seitenlage ausprobieren. Sie kann beispielsweise bei manchen Menschen mit Schnarchen oder obstruktiver Schlafapnoe günstig sein, weil die Atemwege in Rückenlage leichter verengt werden können. Bei Reflux kann wiederum insbesondere die linke Seitenlage Vorteile bieten.
Eine Schlafapnoe lässt sich allerdings nicht einfach durch eine andere Position "wegschlafen". Wer regelmäßig sehr laut schnarcht, nachts nach Luft schnappt, beobachtete Atemaussetzer hat oder tagsüber ungewöhnlich müde ist, sollte das medizinisch abklären lassen.