"Irreversibler Schaden"

AKH-Arzt warnt: Sparpaket könnte 250 Ärzte kosten

Die geplanten Uni-Kürzungen könnten massive Folgen für Patienten und Forschung haben. Allein am Wiener AKH könnten 250 Arztstellen wegfallen.
Newsdesk Heute
25.05.2026, 19:26
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Die geplanten Budgetkürzungen für Österreichs Universitäten sorgen weiter für heftige Kritik. Ein führender Mediziner der Med-Uni Wien warnt nun sogar vor massiven Folgen für Patientenversorgung, Forschung und Ausbildung.

Markus Zeitlinger, Leiter der Universitätsklinik für klinische Pharmakologie an der Medizinischen Universität Wien und am AKH, findet im Interview mit der "Presse" drastische Worte: "Das von der Bundesregierung veranschlagte Budget wird irreversiblen Schaden verursachen."

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Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen über die Finanzierung der öffentlichen Universitäten für die Jahre 2028 bis 2030. Die Universitäten sehen laut Österreichischer Universitätskonferenz (uniko) einen Bedarf von rund 18 Milliarden Euro. Laut durchgesickerten Zahlen aus dem Wissenschaftsministerium sollen jedoch nur 15,5 Milliarden Euro vorgesehen sein.

Einsparung von 250 Ärzten im AKH

Besonders alarmierend seien die möglichen Auswirkungen auf das AKH Wien. Laut Zeitlinger fließen rund 90 Prozent des Budgets der Med-Uni Wien in Personal. Sämtliche Ärzte des AKH würden von der Universität bezahlt.

"Durch die geplanten Budgetkürzungen würden daher 250 Ärztinnen und Ärzte allein im AKH eingespart werden, das entspricht jeder siebenten Stelle."

Massive Verlängerung bei Wartezeiten

Für Patienten hätte das laut dem Mediziner drastische Folgen. "Die Wartezeiten auf jene Behandlungen, die nur in den Universitätskliniken angeboten werden können, werden sich damit massiv verlängern. Ich gehe bei bestimmten Eingriffen von einer Verdoppelung aus."

Auch Forschung und Ausbildung würden massiv leiden. Internationale Spitzenforschung wäre laut Zeitlinger kaum mehr möglich, gleichzeitig würde der Zugang zu innovativen Therapien erschwert.

"Der nachhaltige Schaden liegt natürlich auch darin, dass auch weniger Zeit für Ausbildung der nächsten Generation von Medizinerinnen und Medizinern zur Verfügung steht, und kann gar nicht überschätzt werden."

Unter 20 besten Spitälern der Welt

Dass das AKH zuletzt erneut unter die 20 besten Krankenhäuser der Welt gewählt wurde, sieht der Klinikleiter durch die Einsparungen gefährdet. "Es hat Jahrzehnte gedauert, diese Position auszubauen, das von der Bundesregierung veranschlagte Budget wird irreversiblen Schaden verursachen."

Zeitlinger widerspricht außerdem der Darstellung, es gehe lediglich um eine Milliarde Euro weniger. Rechne man Inflation und notwendige Anpassungen ein, betrage das Minus tatsächlich rund 2,5 Milliarden Euro beziehungsweise 14 Prozent.

Die Universitäten könnten solche Einschnitte nicht selbst auffangen. "Die Universitäten haben keine ausreichenden Rücklagen, um so etwas abfangen zu können, und dürfen auch keine Schulden machen."

Entscheidung über Budget verschoben

Wissenschaftsministerin Eva Maria Holzleitner (SPÖ) hatte zuletzt erklärt, die bekannt gewordenen Zahlen seien noch nicht endgültig beschlossen. Die Entscheidung über das Budget wurde mittlerweile auf Herbst verschoben.

An den Universitäten bleibt die Skepsis jedoch groß. Zeitlinger befürchtet, dass mögliche Nachbesserungen am Ende trotzdem nicht ausreichen werden.

Besonders deutlich wird der Arzt auch in Richtung Politik. "Was hat die Politik erwartet? Dass die Universitäten nicht für die Ausbildung der nächsten Generation, den Forschungsstandort Österreichs und ihre PatientInnen und Patienten kämpfen? Zumindest ich könnte das als Arzt, Lehrer und Forscher nicht mit meinem Gewissen vereinbaren."

Für kommenden Mittwoch ist deshalb eine Großdemonstration vor der Universität Wien angekündigt. Zeitlinger kündigte bereits seine Teilnahme an. Die Kürzungen würden nicht nur Universitäten betreffen, sondern die gesamte Bevölkerung.

"Man spielt hier mit den beiden wichtigsten Gütern, die wir in Österreich haben – nämlich unserem Wissen und der Bildung auf der einen und unserer Gesundheit auf der anderen Seite."

{title && {title} } red, {title && {title} } 25.05.2026, 19:26
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