Die geplanten Milliarden-Einsparungen bei Österreichs Universitäten sorgen jetzt auch im Gesundheitsbereich für große Sorgen. Am LKH Universitätsklinikum Graz könnten laut Berechnungen bis zu 120 Ärzte wegfallen, das berichtet die Kleine Zeitung.
Die steirische Ärztekammer schlägt deshalb Alarm. Sollte die Rechnung der Universitätenkonferenz aufgehen, könnten rund 20 Prozent des Personals an den Medizin-Unis verloren gehen. In Graz hätte das drastische Folgen.
Rund 600 Ärzte der Med Uni Graz arbeiten derzeit am LKH Graz, 480 davon direkt in der Patientenversorgung – also in der Notaufnahme, auf Stationen oder im Operationssaal. Insgesamt sind dort etwa 1.500 Mediziner tätig.
Besonders brisant: Die möglichen Kürzungen würden laut Ärztekammer direkt bei den Patienten spürbar werden. "Wer jetzt Stellen kürzt, kürzt nicht abstrakt, er kürzt die Versorgung am Bett, in der Nacht, im Notfall", warnt Gerhard Posch von der steirischen Ärztekammer laut Kleine Zeitung.
Schon jetzt arbeite das Personal in den Spitälern an der Belastungsgrenze. Fallen tatsächlich bis zu 120 Ärzte weg, könnte das laut Ärztekammer sogar den laufenden Betrieb gefährden. Betroffen wären dem Vernehmen nach vor allem Mediziner mit befristeten Verträgen.
Die Kammer warnt außerdem vor langfristigen Folgen für ganz Österreich. "Wer jetzt den Rotstift bei der Medizinischen Universität ansetzt, beschädigt die Akutversorgung von heute und gefährdet die Versorgung von morgen", erklärt Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer.
Besonders deutlich wird Sacherer in der Kleinen Zeitung: "Wenn wir heute die Ausbildungsplätze kürzen, haben wir morgen keine Ärzte. Das ist keine Warnung, das ist Mathematik."
Auch für Patienten außerhalb der Spitäler könnte die Entwicklung Folgen haben. Die Ärztekammer befürchtet Probleme im niedergelassenen Bereich und warnt davor, dass künftig Ärzte in Ordinationen fehlen könnten.
"Wer glaubt, diese Kürzungen treffen nur die Uniklinik, hat das System nicht verstanden. Was dort nicht ausgebildet wird, fehlt morgen in jeder Ordination, in jedem Dorf, bei jedem Patienten, der einen Arzt braucht", sagt Dietmar Bayer von der Kurie Niedergelassene Ärzte.
Unterstützung bekommt die Ärztekammer auch aus der Politik. Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) warnt: "Wer heute bei der universitären Medizin spart, gefährdet die Versorgung von morgen."