Die Asylzahlen sind weiter im freien Fall: Die aktuelle Asylstatistik weist für den April lediglich 336 originäre Erstanträge, also neue Asylanträge, aus. Im Vergleich zum April 2025, als es noch 488 Anträge gab, ist das ein Rückgang um mehr als 30 Prozent.
Auch die Zahl der Asylanträge – sowohl Erst- als auch Folgeanträge – geht weiter zurück: Im April wurden 799 Anträge registriert, das sind 45 Prozent weniger als im Vorjahr. Laut Innenministerium ist das der niedrigste Stand seit 2014 – also noch vor Beginn der großen Flüchtlingsbewegung.
"Die Entwicklung ist richtig", zeigt sich Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) erfreut. "Wir werden illegale Migration weiter reduzieren, denn die Sicherheit der Bevölkerung steht im Mittelpunkt. Es geht um den Kampf gegen Missbrauch und den Schutz des Systems, um jenen zu helfen, die tatsächlich Hilfe brauchen."
Im April stammten die meisten Anträge von Afghanen und Syrern (193 und 190), der Großteil davon betrifft allerdings afghanische Frauen sowie in Österreich geborene Kinder.
Der vorübergehende Stopp des Familiennachzugs zeige laut Ministerium ebenfalls Wirkung. Von Jänner bis April 2025 erfolgten auf diesem Wege noch 539 Einreisen, im selben Zeitraum 2026 waren es nur mehr 38 – "absolute soziale Härtefälle", wie man betont. Anfang Jänner wurde der Familiennachzug für weitere sechs Monate ausgesetzt und wird in weiterer Folge einer Quote unterliegen.
Auch bei den Abschiebungen macht Österreich weiter Tempo: Im April mussten 4.840 Personen das Land verlassen, 52 Prozent davon zwangsweise. Rund 47 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt.
Seit dem Sturz des Assad-Regimes sind rund 1.200 Menschen aus Syrien eigenständig in ihr Heimatland zurückgekehrt. Im Vergleich dazu verließen in den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrerinnen und Syrer Österreich in Richtung ihrer Heimat. Die Regierung möchte Personen bei der Rückkehr nach Syrien weiterhin unterstützen.
Der neue ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl zeigte sich über die aktuellen Zahlen erfreut: "Die Null-Toleranz-Politik unseres Bundeskanzlers Christian Stocker und unseres Innenministers Gerhard Karner wirkt nachweisbar. Das ist das, wofür die Volkspartei steht – nicht Debatten um leere Worthülsen, sondern klare Maßnahmen, die wirken."
Gödl schloss sich der Forderung des Kanzlers an, wonach die Interpretation der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zeitgemäß erfolgen müsse. "Die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher muss Vorrang haben vor dem Privat- und Familienleben von Personen, die unsere Sicherheit gefährden."