Scharf kritisierte am Sonntag FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann die Volkspartei und ihren Sicherheitsanspruch. Gerhard Karner sei der "unfähigsten Innenminister aller Zeiten", der sich hinter der Polizei verstecken würde. "Sie sind kein Polizist, sondern ÖVP-Politiker, der die importierte Kriminalitätsexplosion zu verantworten hat", meint der Freiheitliche mit Blick auf jüngste Zahlen aus einer Beantwortung des Innenministeriums auf FPÖ-Anfrage.
Darin wird mit Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ausgewiesen: 2025 wurden 2.062 Gewaltverbrechen an Frauen und Mädchen durch 1.952 männliche Tatverdächtige mit einem Aufenthaltsstatus verübt. Einzelne Personen können allerdings mehrfach in der Statistik aufscheinen.
Bei den Nationalitäten der mutmaßlichen Täter der Gewaltverbrechen liegen Verdächtige aus Syrien (403) an der Spitze der Statistik, dahinter folgen Afghanen (200). Unter den am häufigsten genannten Staatsangehörigkeiten finden jedoch auch zahlreiche europäische Staaten wie Serbien, Rumänien, Ukraine, Slowakei, Ungarn, Deutschland, Polen , Bulgarien und Italien. Die Türkei liegt mit 114 Verdächtigen auf Platz 4, aus Russland sind 69 Verdächtige, bei 61 ist die Staatsbürgerschaft ungeklärt.
Die FPÖ hatte in ihrer Anfrage an das Innenministerium eigentlich auf Menschen mit Asylstatus abgezielt. Aber: Asylwerber machen nur etwa die Hälfte der oben genannten Tatverdächtigen aus, stellt das Karner-Ressort gegenüber "Heute" klar.
Auf alle mehr als 88.000 Anzeigen wegen Gewaltdelikten gesehen machen Asylwerber laut Innenministerium "keine 2 Prozent" aus.
In der Rubrik Aufenthaltsstatus werden auch jene mutmaßlichen Täter erfasst, die nur kurz in Österreich sind. "Ein Beispiel: Ein Italiener reist mit seiner Frau durch Österreich und es kommt zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dann wird auch dieser Fall unter der Rubrik erfasst", erklärt ein BMI-Sprecher.
Die FPÖ übt heftige Kritik, spart die Details der Statistik aber völlig aus: FP-NÖ-Chef Udo Landbauer insinuiert in einer aktuellen Aussendung nicht nur, dass alle 2.062 registrierten Delikte von Migranten ("illegalen Völkerwanderern", "importierte Gewalt") verübt wurden. Sondern auch, dass alle Opfer Österreicherinnen ("unsere Mädchen und Frauen") wären.
Die Nationalität der Opfer wird in den bereitgestellten Daten des Innenministeriums jedoch nicht ausgewiesen – die Freiheitlichen hatten offenbar auch nicht danach gefragt.
Auch Darmann donnert undifferenziert: "2.062 Mädchen und Frauen wurden im Vorjahr Opfer von durch Asylanten begangenen Gewaltverbrechen".
Die Reaktion der angegriffenen Volkspartei fällt entsprechend heftig aus. "Die FPÖ startet die nächste Schmutzkübelkampagne und hantiert wieder einmal mit Zahlen, die schlicht nicht der Realität entsprechen", kontert ÖVP-Abgeordnete Andreas Hanger die Landbauer-Sager.
Und weiter: "Als politische Akteure ist es unsere Verantwortung, uns auf die tatsächlichen Fakten zu berufen und ehrlich mit den Menschen zu sein. Was die FPÖ hier betreibt, ist nichts anderes als ein gezieltes Unruhestiften und eine Augenauswischerei."