Laktose, Gluten & Co

"Anti-Inflammatory"-Diät im Netz – was dahinter steckt

Auf TikTok schwören Influencer auf Diäten, um so einen Blähbauch und Gewicht zu verlieren. Doch manche verzichten dabei auf wichtige Lebensmittel.
Heute Life
27.08.2026, 13:32
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Viele wünschen sich eine schöne, sportliche Figur – am besten noch ohne aufgeblähten Bauch. Dafür geben einige jetzt alles: Während manche mit Pilates einen perfekten Body erreichen möchten, versuchen andere es mit einer Ernährungsumstellung. Eine Diät macht auf Social Media seit längerem schon Welle.

Content Creatoren meinen, dass Anti-Entzündungsdiäten dabei helfen, schlank zu werden und den Blähbauch loszuwerden. Diese mögen sich ganz schön anhören, dennoch können die Diäten zu restriktiv sein, vor allem, wenn auf essenzielle Nährstoffe verzichtet wird.

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Bestimmte Entzündungen sind wichtig

Meist möchte man jede Art von Entzündungen im Körper vermeiden, doch sie helfen dabei, den Körper gegen Infektionen oder Krankheiten zu verteidigen. Ohne Entzündungen könnte man sich nicht einmal von kleinen Verletzungen erholen: Bei solchen löst das Immunsystem eine Entzündung aus, die Immunzellen, Nährstoffe und Sauerstoff in den betroffenen Bereich transportiert.

Während akute Entzündungen Teil des normalen Heilungsprozesses sind, können chronische Entzündungen schädlich sein. Jene treten über einen längeren Zeitraum in geringer Intensität auf und bleiben größtenteils unbemerkt, stehen aber oft mit vielen chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Typ-2-Diabetes und Krebs in Verbindung. Auch Faktoren wie Alter, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, hormonelle Veränderungen, Stress und unregelmäßige Schlafgewohnheiten stehen alle im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen.

Ebenso spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. Eine internationale Studie aus 2020 zeigt: Die typische "westliche" Diät, die reich an stark verarbeiteten Lebensmitteln wie abgepackten Backwaren, Softdrinks, Fast Food, verarbeitetem Fleisch und Süßwaren ist und wenig frisches Obst und Gemüse enthält, steht in engem Zusammenhang mit einem höheren Entzündungsniveau.

Können Anti-Entzündungsdiäten helfen?

Tatsächlich kann eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten ist, und wenig stark verarbeitete Lebensmittel und zugesetzten Zucker enthält, mit einem geringeren Entzündungslevel im Körper in Verbindung gebracht werden.

Die mediterrane Diät ist das am besten untersuchte Beispiel: Sie ist reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und Olivenöl, enthält moderate Mengen an Fisch, Huhn, Eiern und Milchprodukten. Außerdem wird nur wenig rotes oder verarbeitetes Fleisch und zugesetzten Zucker gegessen.

Im Jahr 2022 haben deutsche Forscher die besten verfügbaren Erkenntnisse ausgewertet und festgestellt, dass Menschen, die sich mediterran ernähren, niedrigere Entzündungswerte im Blut aufweisen. Das deutet darauf hin, dass diese Ernährungsweise dazu beitragen kann, chronische Entzündungen zu reduzieren. Weitere Studienergebnisse zeigen zudem, dass eine Ernährung mit vielen verarbeiteten Lebensmitteln und wenig Ballaststoffen das Gleichgewicht der Bakterien im Darm verändert, was zu leichten, chronischen Entzündungen führen kann.

Kein Verzicht auf Milch & Co.

Influencer und User empfehlen probiotische Nahrungsergänzungsmittel, um Entzündungen im Körper zu verringern. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass dies stimmt: Eine aus 2020 durchgeführte Auswertung mehrerer Studien ergab, dass Probiotika bestimmte Entzündungsmarker im Blut sowohl bei gesunden Menschen als auch bei kranken Menschen senken können. Forscher betonen dabei, dass weitere Studien erforderlich sind, um festzustellen, welche Dosierungen am wirksamsten sind.

Auf TikTok-Ratschläge zu hören, die dazu animieren, auf Milchprodukte oder Gluten komplett zu verzichten, um Entzündungen zu reduzieren, ist nicht besonders empfehlenswert. Entzündungen durch Milchprodukte oder Gluten treten in der Regel nur bei Menschen mit Allergien oder Zöliakie auf – in solchen Fällen sind medizinisch bedingte Ernährungseinschränkungen notwendig.

Verzichtet man aber ohne bestimmten Grund auf die Lebensmittel, könnte man einen Nährstoffmangel auslösen. Laut einer US-Studie aus dem Jahr 2021 haben Milchprodukte oft neutrale oder sogar schützende Wirkungen auf Entzündungen haben.

Außerdem sind Lebensmittel wie Joghurt, Kefir und bestimmte Käsesorten reich an Probiotika, die bei der Verringerung von Entzündungen hilfreich sind.

Viele Online-Nutzer glauben auch, dass der Verzicht auf Gluten chronische Entzündungen verringert und Darmprobleme oder Müdigkeit vorbeugt – dafür gibt es kaum wissenschaftliche Belege. Im Gegenteil: Eine iranische Studie fand heraus, dass der Verzehr von Vollkornprodukten sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, indem dieser sogar Entzündungen lindert.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.08.2026, 13:32