Ernährung

Vollkorn – sind diese Produkte wirklich gesünder?

Wird Vollkorn- statt Weißmehl verwendet, gelten Nahrungsmittel als gesünder. Was wirklich dahinter steckt und wie es mit Vollkorn-Reis aussieht.
15.11.2023, 15:38
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Werden irgendwo Ernährungs-Tipps gegeben, fällt ein Begriff meist sehr schnell: Vollkorn. Es gibt Vollkorn-Brot, Vollkorn-Pasta, Vollkorn-Kekse und so weiter. Die Produkte sind meist dunkler in der Farbe und schmecken etwas anders. Aber sind sie tatsächlich gesünder als Produkte, die aus Weißmehl hergestellt wurden?

Der Hauptunterschied zwischen Vollkornmehl und Weißmehl liegt in der Verarbeitung des Getreides. Weißmehl wird ausschließlich aus dem sogenannten "Mehlkörper" hergestellt, wodurch die ballaststoffreiche Schale und der Keimlingsanteil entfernt werden. Dafür ist das Endprodukt heller und feiner. Vollkornmehl hingegen wird aus dem ganzen Korn hergestellt.

Vitamine, Mineralstoffe und sättigend

Und genau das macht Vollkorn gesünder: "Vollkorn-Produkte liefern wichtige B-Vitamine wie B1, B2, B6 und Folsäure, aber auch Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink und sekundäre Pflanzenstoffe", erklärt Patrik Jauch. "Außerdem sind Vollkorn-Produkte für unsere Darmgesundheit sehr wichtig", ergänzt der Ernährungsberater BSc SVDE. Damit trägt das volle Korn zum Wohlbefinden und zum Erhalt der Gesundheit bei. Aber eben nicht nur das: "Produkte aus Vollkorn sättigen besser und lassen den Blutzucker weniger schnell ansteigen", sagt Jauch. Das wiederum hat einen Einfluss darauf, wie viel wir essen und ob wir an Heißhunger leiden oder nicht.

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Vollkorn-Reis statt weißer Reis

Doch es gibt nicht nur Vollkorn-Pasta und -Brot, sondern auch Vollkorn-Reis, der auch als Vollreis, Naturreis oder Brauner Reis bezeichnet wird. Dabei wird bei der Herstellung – ähnlich wie beim Mehl – mehr vom ursprünglichen Korn verwendet: Anders als beim herkömmlichen Reis bleiben das sogenannte Silberhäutchen und der Keimling dran. Und das macht den Reis gesünder: "Neben einem leicht höheren Nahrungsfasergehalt enthält Vollreis vier Mal mehr Magnesium und 20 Mal mehr Vitamin B6 als weißer Reis", erklärt Ernährungsberater Jauch. Wegen des Keimlings kann der Vollreis aber auch schneller verderben und man sollte darum stets das Ablaufdatum im Auge behalten.

Der Unterschied liegt auf der Hand: Herkömmlicher Reis und Vollreis.
Getty Images

Arsen im Vollreis?

Allerdings steht Vollreis im Verdacht, mit dem toxischen Halbmetall Arsen belastet zu sein. Arsen steckt vor allem in der Schale des Reiskorns, weshalb Vollreis mehr Arsen enthält als weißer Reis. Arsen kann unter Umständen Erkrankungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Atembeschwerden, aber auch Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen.

Trotzdem muss man jetzt nicht Angst haben: "Die Arsen-Thematik ist gemäß BAG vor allem in der Ernährung von Kleinkindern relevant, bei ihnen sollte man im Zweifelsfall eher auf herkömmlichen Reis setzen", erklärt Patrik Jauch. "In einer ausgewogenen Ernährung mit abwechselnden Stärkebeilagen können Erwachsene aber problemlos Vollreis essen."

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